5 Fragen an Demi-Pair Laura

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5 Fragen an Demi-Pair Laura

Laura hat letztes Jahr von August bis November 2015 ein 16-wöchiges Demi-Pair-Programm an der Sunshine Coast in Australien gemacht. In einem exklusiven Interview mit Boa Lingua erzählt sie uns, wieso sie die Arbeit als Demi-Pair empfehlen kann, und gibt uns Einblicke in ihren Alltag, den sie hauptsächlich mit Gasttochter Angel verbrachte.

1. Sprachaufenthalte sind populär. Wieso hast du dich für einen Demi-Pair-Aufenthalt entschieden?

Laura Arpagaus

Laura Arpagaus

Ich habe im Sommer 2015 meine Ausbildung als Medizinische Praxisassistentin abgeschlossen und wusste, dass ich im Dezember mit meinen Kolleginnen reisen gehe. Ich brauchte also eine Überbrückungszeit. Mein Vater hat mir schon immer einen Sprachaufenthalt ans Herz gelegt, da er Sprachen sehr wichtig findet. Das ist übrigens auch meine Meinung. Für meine bevorstehende Reise war es zudem von Vorteil, bereits ein bisschen Englisch zu können.

Es war für mich ziemlich schnell klar, dass ich nach Australien möchte. Ich habe mich bewusst für eine Kombination aus Sprachkurs und der Arbeit als Demi-Pair bei einer Familie entschieden, weil ich finde, dass man in einer Gastfamilie die Sprache viel besser und schneller lernt. Ich habe von vielen gehört, dass sie im Sprachaufenthalt nicht sehr grosse Fortschritte gemacht haben, weil sie immer Deutsch redeten. Das liegt daran, dass der Schweizer-Anteil an vielen Sprachschulen ziemlich hoch ist. Dies wollte ich unbedingt vermeiden. Zudem war ich überzeugt, dass man von Kindern am meisten lernt, weil sie mit einem sprechen wollen und auch eine Antwort erwarten. Ich finde es ausserdem einfacher, vor Kindern einen Fehler zu machen als vor einem Erwachsenen.

2. Wie kann man sich den Alltag als Demi-Pair vorstellen?

Mein Tagesablauf war folgender: Jeden Morgen weckte ich Angel, die achtjährige Tochter der Familie. Ich machte das Frühstück für uns beide zurecht, packte unser Mittagessen ein und kontrollierte, ob alles für die Schule bereit war. Um acht Uhr gingen wir los. Zuerst brachte ich Angel zu ihrer Schule und bin dann mit dem Velo zur Sprachschule Lexis English gefahren. Der Unterricht startete um neun Uhr und endete nachmittags um zwei Uhr. Nach der Sprachschule fuhr ich wieder nach Hause und holte Angel um 14.45 Uhr aus ihrer Schule ab. Danach spielten wir je nach Wetter im Haus, vertrieben im Garten unsere Zeit oder gingen ans Meer. Hausaufgaben durften natürlich auch nicht fehlen. Am Abend kochte ich jeweils das Abendessen für die Familie oder wärmte manchmal etwas auf. Je nach Schicht der Mutter kochte auch sie, damit ich Zeit für meine Hausaufgaben hatte. Zwischen acht und neun Uhr brachte ich Angel ins Bett.

 

3. Wie hast du das Leben in der Gastfamilie erlebt?

Ich hatte das Glück, dass ich in eine gute Familie gekommen bin. Die Familie wohnt an der Sunshine Coast, ca. 15 Minuten vom Meer entfernt. Wir waren nur zu dritt. Die Mutter Andrea mit ihrer Tochter Angel und ich. Angel und ich hatten sofort einen sehr guten Draht zueinander. Wir haben viel zusammen gespielt, sind ins Meer baden gegangen, haben Sandburgen gebaut oder einfach nur ein Eis gegessen. Wenn wir genug vom Strand hatten oder uns langweilig wurde, sind wir in den Bus gestiegen und haben kleinere Ausflüge unternommen, wie zum Beispiel ins Shopping-Zentrum oder Kängurus beobachten. Da Andrea Schicht arbeitete war sie nicht viel zuhause und wenn sie mal da war, musste sie schlafen, damit sie für die nächste Schicht wieder fit war. Daher war ich viel mit Angel alleine. Langweilig wurde mir eigentlich nie. Angel hielt mich auf Trab und brachte ständig neue Ideen, was wir noch machen könnten. Dass ich jetzt besser Englisch spreche, verdanke ich vor allem ihr. Sie hat mir viele neue Wörter beigebracht, hat mich korrigiert und wenn ich mal nichts verstanden habe, hat sie versucht, ihre Sätze immer wieder auf eine andere Weise zu formulieren.

Sunshine Coast

Sunshine Coast

Känguru-Watching an der Universität Sunshine Coast

Känguru-Watching an der Universität Sunshine Coast

4. Bleibt bei einem Demi-Pair-Aufenthalt überhaupt genügend Zeit für Freizeit?

Durch die Schichtarbeit der Mutter hatte ich nur unregelmässig Freizeit. Ich hatte dadurch auch nicht jedes Wochenende frei. Wenn ich aber mal frei hatte, ging ich mit meinen Mitschülern beim Sunshine Plaza etwas trinken oder wir gingen alle zusammen an den Strand. Manchmal ging ich aber auch alleine ans Meer und genoss die Ruhe. Weil ich nicht jedes Wochenende frei hatte, konnte ich auch nicht an allen Ausflügen teilnehmen. An einem Wochenende jedoch bin ich mit meinen Freunden an die Gold Coast gefahren und habe dort Zeit mit ihnen verbracht. Natürlich musste ich in meiner Freizeit auch lernen. Oft habe ich dies jedoch gemacht, wenn Angel bereits im Bett war. Und viel Zeit hat das Lernen zum Glück nicht eingenommen. Zwischendurch haben wir auch als Familie etwas zusammen unternommen. So sind wir gemeinsam auf den Mount Colon gestiegen, haben beeindruckende Wasserfälle besichtigt oder auch mal ein typisch australisches Barbecue gemacht.

Weekend-Trip an die Gold Coast

Weekend-Trip an die Gold Coast

Wasserfall im Buderim Forest Park

Wasserfall im Buderim Forest Park

5. Wieso würdest du jemandem die Arbeit als Demi-Pair gerade in Australien empfehlen?

Meiner Meinung nach ist das Demi-Pair-Programm definitiv einem normalen Sprachaufenthalt vorzuziehen. Der Grund dafür ist, dass man dabei wirklich viel mehr lernt, da man Stunden über Stunden mit Kindern zusammen ist, die deine eigene Sprache nicht sprechen. So ist man gezwungen, die Fremdsprache, die man im Unterricht lernt, anzuwenden. Klar, ab und zu wäre ich gerne mit meinen Freunden an den Strand gegangen statt mit Bausteinen oder Legos zu spielen, aber das waren wirklich nur kurze Momente, die schnell wieder verfolgen.

Australien, oder besser gesagt die Sunshine Coast würde ich empfehlen, weil es dort einfach wunderschön ist. Es gibt hier sehr viele nette Menschen, die Lehrer an der Sprachschule Lexis English sind super und das Freizeitangebot der Schule ist mit unzähligen Ausflugsmöglichkeiten (z.B. Fraser Island, Whitsunday Island oder Noosa) unschlagbar. Die Sunshine Coast ist auch eine gute Ausgangsposition, wenn man nach dem Sprachaufenthalt noch weiterreisen möchte.

Gastautor/in

Ich heisse Laura, bin 21 Jahre alt und habe Sommer 2015 ein 16-wöchiges Demi-Pair in Australien absolviert. Meine Zeit an der Sunshine Coast werde ich nie vergessen. Es war wunderschön und lehrreich.

Gastautor/in

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Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht einer Kundin oder einem Kunden. Willst auch du von deinem Sprachaufenthalt erzählen? Dann schick uns deinen Beitrag.

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