Als Oldie an der Sprachschule in Kapstadt

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Als Oldie an der Sprachschule in Kapstadt

Grundsätzlich fühle ich mich nicht alt, aber an einer Sprachschule mit mehrheitlich 20-jährigen Schülern spürte ich doch die paar Jährchen, die verflossen sind. Um nicht falsch verstanden zu werden: Eine Sprachschule lässt sich in jedem Alter besuchen und man ist immer gut aufgehoben. Und ich war durchaus nicht die älteste Schülerin an der Schule. Für mich war es eine Bereicherung, zu erleben, wie 20-Jährige denken und fühlen und sich verhalten.

Die Freizeitinteressen gingen aber doch auseinander: So sah man mich nie an der Beach, beim Bungee Jumpen oder in der Nacht an der Bar. Vielmehr meldete ich mich bei Couchsurfing.ch bei für mich interessanten einheimischen Leuten und traf mich mit ihnen in der Stadt. Mein Highlight war aber der Mountain Club; mit diesen bis zu 26 wanderbegeisterten Leuten durfte ich jeden Sonntag wandern gehen. Die Natur und Wandermöglichkeiten um Kapstadt sind sensationell! Nur 10 Taxi-Minuten von der Stadt entfernt ist man schon am Fusse des Lion Head oder Table Mountain, welche man leicht oder auch abenteuerlich besteigen kann. Immer mit grandiosen Aussichten auf Meer, Robben Island und Gebirgszüge.


Wandern in Kapstadt

Kapstadt: perfekt zum Wandern


Barbara und ihre Mitschüler

Barbara und ihre Mitschüler


Natürlich bestand mein Aufenthalt nicht nur aus Wanderungen, vielmehr auch aus Englischlernen an der Schule. Ich wurde genau richtig eingestuft, die Klasse entsprach meinem Niveau. Die Lehrer erlebte ich als sehr motiviert und die Stunden waren enorm abwechslungsreich, spannend und fordernd/ fördernd gestaltet. Für mich waren die Nachmittagsstunden zu viel, diese Zeit hätte ich gebraucht, um den morgendlichen Stoff zu repetieren und lernen. Ausserdem bietet die Schule am Nachmittag gratis Sprech-und Kommunikationsstunden an.

Gut aufgehoben war ich in meiner Gastfamilie, einem moslemischen, älteren Ehepaar in Bo-Kaap. Sie beherbergen bis zu vier Schüler und sorgen zweimal täglich für das kulinarische Wohlergehen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, ein anderes Mal nicht in einer Gastfamilie, sondern in einer Wohngemeinschaft oder ähnlich zu logieren. Den nur 10-minütigen  Schulweg zu Fuss genoss ich sehr und fühlte mich sicher, wenn auch ein paar Strassen überquert werden mussten.

farbenfrohes Kapstadt

Kapstadts farbenfrohe Kulissen

Am ersten Tag an der Schule wurden wir darüber informiert, an welchen Orten und zu welchen Zeiten wir uns nicht alleine bewegen durften. Anfangs war ich verunsichert, doch ziemlich schnell wusste ich, wie und wo ich mich bewegen durfte und die anfängliche Unsicherheit verflog. Vorsicht war aber immer angesagt. Ich geriet nur einmal an einen Betrüger, was auch auf meine Naivität zurückzuführen war. Auf dem Weg zur Waterfront sprach mich ein weisser, gepflegter Mann an. Er war Engländer, der behauptete, er hätte ein Auto gemietet und dummerweise hätte jemand die Autotüre zugeschlagen und sein Schlüssel, Geld etc. wären nun im Auto eingeschlossen. Ich leihte ihm Geld, damit er sich aus seiner misslichen Lage befreien konnte und er schrieb mir seine Adresse vom Hotel und den Namen auf und rief mich auf mein Natel an, damit ich seine Nummer habe. Ich habe nie mehr von ihm gehört. God bless him!!!

Alles in allem war es ein sehr lehrreicher, wunderschöner Monat in Kapstadt. Für mich lohnt es sich immer, Kontakt mit Einheimischen mit unterschiedlichem sozialen Status, Hautfarbe und Geschichte zu suchen und mich über die Gepflogenheiten, Kultur, Schwierigkeiten, Träume, Sorgen etc. mit den Leuten auszutauschen. Dies gelang mir in diesem Monat und gab mir ein gutes Bild von Land und Leuten.

Hast du gedacht, du wärst zu alt für einen Sprachaufenthalt?
Stimmt nicht! Oder brauchst du noch mehr Argumente als die von Barbara? Wir finden auch für dich die passende Destination und Schule. Lass dich von unseren Sprachreise-Experten kostenlos beraten.

Gastautor/in

Ich bin eine 39-jährige Pflegefachfrau, wohne auf einem Bauernhof auf dem Land und nehme mir immer wieder Auszeiten, um zu reisen und/oder anderen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen, wie wandern, reiten, Velo fahren, Kinderbuch schreiben und mehr.

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