Brighton – und wie die Stadt mein Herz stahl

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Brighton – und wie die Stadt mein Herz stahl

Ich gebe es zu: Fremde Städte hatten es nie schwierig, bei mir zu punkten. Als Süditalienerin, die 17 Jahre lang jeden Sommer dieselben wunderschönen Küsten Apuliens und Siziliens besuchte, verliebe ich mich augenblicklich in jede neue Stadt, die ich bereise. Aber auf der Liste der Orte, die ich sehen wollte, war England eigentlich nie vertreten. Und von Brighton – dieser Stadt, in die sich angeblich schon so mancher Schweizer verliebt hatte – wusste ich lange überhaupt nichts.

Brighton

Brighton

Mir war nur klar, dass ich das „British English“ mochte. Und dass ich, wenn ich schon ein schöneres Englisch sprechen wollte, das wohl am ehesten im Vereinigten Königreich lernen würde.

Schon nach dem ersten sonnigen Tag in dieser aussergewöhnlichen Küstenstadt war ich mir ganz sicher: Ich hatte die richtige Entscheidung getroffen. Und den ganzen Sommer über kehrte dieser Gedanke immer wieder zurück, wenn das Glück, für einen Sommer an einem neuen Ort zuhause zu sein, mich mal wieder überfiel. Wenn ich nach dem Unterricht am Strand sass und mit geschlossenen Augen und leichtem Herzen dem Wellengang lauschte. Wenn ich durch die engen, knallbunten „Lanes“ schlenderte und nach einem Monat noch immer neue kleine Geschäfte entdeckte. Wenn ich mit Freunden mal wieder Afternoon Tea mit Scones and Clotted Cream bestellte. Und wenn ich dann beim Heimkehren mit vollem Bauch der Versuchung widerstehen musste, in weitere fünf Cafés zu gehen, weil alles immer so wunderbar aussah. Wenn wir am Abend tanzen gingen, an jedem beliebigen Tag der Woche, und erst in den frühen Morgenstunden zurückkehrten, wenn die Möwen schon wieder wach waren.

Ich dachte daran, als uns die sommerliche Hitze einmal ein bisschen wahnsinnig machte, und wir ohne eigentlichen Grund in Gelächter ausbrachen. Als uns die Lehrer nach draussen brachten, um im Park vor dem College im Schatten der Bäume zu lernen. Als wir am Strand ein Barbecue machten, und zehn Stunden später noch immer dort waren, weil es zu schön war, um heimzukehren. Als wir mal mitten in der Nacht baden gingen, und laut schrien und lachten, weil das Wasser so kalt war.

Brighton schenkte mir, uns, einen unglaublichen Sommer. Wärmer, als der englische Sommer seit Jahren gewesen war, und lebendig, mitreissend, farbenfroh. Es ist eine Stadt der Kontraste. Eine Stadt, die sich schwer einordnen lässt, die für jeden etwas bereit hält. Und sogar ich, obwohl ich mich so schnell in jede neue Stadt verliebe, bin mir sicher: Diesmal ist es etwas Ernstes.

Gastautor/in

Ich heisse Antonella, bin eine 20-jährige Italienerin und Multimedia-Studentin. Mit Boa Lingua habe ich im Sommer einen Sprachaufenthalt in Brighton gemacht und habe mich Hals über Kopf in die Stadt verliebt.

Gastautor/in

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Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht einer Kundin oder einem Kunden. Willst auch du von deinem Sprachaufenthalt erzählen? Dann schick uns deinen Beitrag.

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3 Comments

  • Tania

    Hallo Antonella,

    Ich heisse Tania komme aus Luzern.
    Ab Januar 2016 werde ich einen 3-monatigen Sprachaufenthalt in Brighton absolvieren und freue mich auf diese Zeit. Trotz allem bin ich ein bisschen aufgeregt was hoffentlich verständlich ist.
    Ich wollte Dich fragen was du in der Freizeit gemacht hast und was du mir auf meine Herausforderung mitgeben könnest.

    Ich danke Dir 1000

    Gruss Tania

    14. Oktober 2015 at 16:38
    • Rahel Stössel
      Rahel Stössel

      Liebe Tania

      Ich habe deine Frage an Antonella weitergeleitet. Bis ich eine Antwort erhalte, findest du vielleicht in anderen Blogposts noch Ideen für deine Freizeitgestaltung:
      Englisch lernen an der britischen Südküste
      Als ich dachte, ich sei im falschen Film statt in England
      Mein Sprachaufenthalt in Brighton

      Falls du während deinem Sprachaufenthalt in Brighton auch für uns bloggen möchtest, darfst du dich gerne hier melden. Als Dankeschön winkt ein 50-Fr-Gutschein für Zalando oder Migros 🙂

      Liebe Grüsse
      Rahel

      19. Oktober 2015 at 10:29
    • Antonella Nicolì

      Hallo zurück, liebe Tania!

      Vielen Dank für Deine Frage – ich wünschte, ich könnte auch gleich nach Brighton zurück kehren!
      Da du in den Wintermonaten dort bist, wird Dein Sprachaufenthalt in Brighton sicher ganz anders aussehen als meiner – das ist aber auf keinen Fall etwas schlechtes. So wie ich die Stadt erlebt habe, ist sie so vielfältig und abwechslungsreich wie wenig andere. Egal, was Du für ein Mensch bist – in Brighton findest du fast sicher etwas, das Dich anspricht.

      Ich kann Dir mal meinen typischen Tagesablauf beschreiben:
      Um 9 Uhr fing für mich jeweils der Unterricht an der St. Giles an.

      (Ich weiss nicht, ob Du auch an dieser Schule angemeldet bist, aber falls schon: Freu Dich!
      Mein Gastvater war der Rektor der Schule – einer der nettesten und intelligentesten Menschen, die ich kenne! Auch die Lehrer waren, alle auf ihre eigene Art, unvergesslich; freundlich und liebenswürdig, kompetent und mit einem wunderbaren britischen Humor gesegnet. Nie musste ich mich morgens überwinden, zur Schule zu gehen.)

      St. Giles liegt sehr zentral und nahe beim Strand, so dass wir in der Mittagspause und sogar in den kürzeren Pausen morgens bequem einkaufen gehen konnten. Meistens assen wir dann unsere Subway-Sandwiches o.ä. im Schatten der Bäume in einem der vielen Parks in der Nähe der Schule. Deine Schule wird aber sicherlich über eine gute Mensa verfügen, wo Du im Warmen essen kannst und nicht, so wie wir, Angst haben musst, dass Dir die Seagulls das Sandwich aus der Hand reissen (das kommt oft vor und ist für alle, ausser dem Beklauten, ziemlich amüsant).

      Am Nachmittag nach der Schule gingen wir oft direkt an den Strand, wo wir dann faul in der Sonne lagen, bis es Zeit fürs Abendessen wurde. Die Schule organisiert aber für ziemlich jeden Tag in der Woche Kürse und Ausflüge, für die man sich anmelden kann. Da gibt es dann Tanzkürse, Volleyballturniere, Stadtführungen und viele mehr. Ich persönlich habe es nie zu einem Kurs geschafft, aber ich weiss von anderen, dass sie grossen Spass daran hatten.

      Langweilig wird es Dir also nach dem Unterricht nicht werden. Wenn Du Dich nicht für alle Aktivitäten begeistern kannst, die die Schule bietet (ich bin mir sicher, dass auch Deine Schule ein grosses Angebot werden hat, auch wenn es jetzt nicht die St.Giles sein sollte), dann bietet die Stadt genug Alternativen.

      Der Strand ist nicht nur zum Sonnenbaden im Sommer gut, sondern lädt auch zum Spazieren ein. Da gibt es viele hübsche Restaurants und natürlich den Pier, wo auch im Winter immer viel los ist. Noch viel besser gefielen mir aber die wunderbaren engen Lanes, in denen sich ein süsser Laden an den nächsten reiht und die kleinen Cafès die besten Afternoon Teas mit Scones anbieten. Dort waren wir in unseren Freizeit sehr oft und trotzdem entdeckten wir bis zum Schluss noch tolle neue Geschäfte und Restaurants.

      Dann gibts es natürlich auch noch die bekannten Sehenswürdigkeiten wie den Royal Pavilion, die Ruinen des West Piers und die wunderbar bunten Beach Huts. Da Du genügend Zeit in Brighton verbringen wirst und die Stadt eine überschaubare Anzahl Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, würde ich mich unbedingt informieren und all das anschauen gehen, das Dich interessiert. Vielleicht kannst Du ja gleich zu Beginn an einer Stadtführung teilnehmen, dann weisst Du schnell über das Wichtigste Bescheid.

      Immer wieder werden Dir auch Wochenendausflüge angeboten werden, einige davon sogar in andere Städte wie z.B. Paris. Hier bleibt es natürlich Dir überlassen, wie viel Du neben Brighton noch sehen möchtest.
      Ich habe bloss einen Ausflug nach Canterbury und Leeds Castle gebucht. Der war zwar nicht schlecht, aber grundsätzlich haben wir vor allem viele Stunden im Bus verbracht, um dann in einer knappen Stunde durch Canterbury hetzen zu müssen (ein charmantes Städtchen, in dem wir gerne mehr Zeit verbracht hätten).

      Viel besser war ein spontaner Tagesausflug zu den beeindruckenden Seven Sisters. Vielleicht wird es da im Januar etwas windig und kühl sein, aber an Deiner Stelle würde ich unbedingt hin gehen (ich hab gerade nach Bildern der Seven Sister im Winter gegoogelt – die sehen mit Schnee noch märchenhafter aus!)

      Ebenso einfach ist es, am Wochenende den Zug nach London zu nehmen, was viele von uns auch gemacht haben. Die Zugverbindungen sind gut (ich war bspw. auch ein Wochenende in Cambridge und bin ebenfalls mit dem Zug hingereist) und London hat unglaublich viel zu bieten. Ich würde unbedingt mehrmals hingehen, falls Du die Stadt nicht schon kennst. Am Ende meines Sprachaufenthalts ging ich für eine ganze Woche hin, und trotzdem habe ich längst nicht alles gesehen.

      Last but not least: Das Abendprogramm. Hier musst Du Dir ganz sicher keine Sorgen machen, denn Brighton weiss, wie man feiert. Parties gibt es (zumindest im Sommer) fast an jedem Wochentag und oft wirst Du auch anderen Sprachstudenten aus der ganzen Welt begegnen. Es ist nicht schwierig, Freundschaften zu schliessen, besonders wenn Du einen Sprachkurs besuchst. Wenn Du lieber gemütlich mit Freunden etwas trinkst, statt bis in die Morgenstunden abzutanzen, findest Du in Brighton ebenfalls genug Möglichkeiten. Es gibt ganz viele tolle Pubs und Bars, und nicht einmal habe ich mich in einem dieser Lokale nicht wohl gefühlt.

      So, ich glaub mehr kommt mir gerade nicht in den Sinn. Falls Du jedoch sonst noch Fragen hast, beantworte ich sie Dir gerne!

      Sei bitte nicht nervös: man lebt sich unglaublich schnell ein und ehe man’s sich versieht, sind die Monate schon vorbei und man will nicht mehr nach Hause. Geniesse eifach jeden Moment und tu nur das, wozu Du Lust hast. Im Sprachaufenhalt gibt es nur Dich und die Stadt, die Dein neues Zuhause wird. Du kannst Ängste und Sorgen zuhause lassen und die Freiheit geniessen, die so eine Erfahrung mit sich bringt. Und je mehr Du ausprobierst und erlebst, desto mehr wird Dich die Reise verändern und Deinen Horizont erweitern.
      Das klingt jetzt zwar alles etwas abgedroschen, bleibt aber nach wie vor wahr. 🙂

      Ich wünsche Dir eine wunderbare Zeit in Brighton und hoffe, Du verliebst Dich genauso in die Stadt wie ich!

      Liebe Grüsse (mit einer Prise Neid),

      Antonella

      19. Oktober 2015 at 21:55

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