Cartagena Erfahrungsbericht: farbig, fruchtig, feucht

Sprachaufenthalte weltweit

Erfahrungsberichte und Expertentipps

Cartagena Erfahrungsbericht: farbig, fruchtig, feucht

Ursprünglich hatte ich vor, in meinen Sommerferien einen Sprachaufenthalt in Mittelamerika zu machen. Aufgrund der Nähe zum Äquator dachte ich, dass es in Ländern wie Costa Rica, Panama oder der Dominikanischen Republik das ganze Jahr über warm und schön sei. Glücklicherweise klärte mich meine Sprachreiseberaterin aber darüber auf, dass in Mittelamerika in den Monaten Juni, Juli und August Regenzeit herrscht. Stattdessen würde sie mir empfehlen, mehr in den Süden oder sonst nach Spanien zu gehen. Als sie mir Cartagena empfiehl und wunderschöne Bilder davon zeigte, war ich sogleich von der kolumbianischen Stadt am Meer überzeugt. Und diese Entscheidung hat sich definitiv gelohnt!

Andrea hat sich für einen Sprachaufenthalt im kolumbianischen Cartagena entschieden

Andrea hat sich für einen Sprachaufenthalt im kolumbianischen Cartagena entschieden

Wetter in Cartagena: sonnig und feuchtheiss

Als ich in den letzten Tagen vor meiner Abreise die Wetterprognose für Cartagena anschaute, wurde ich etwas skeptisch. Diese zeigte zwar für jeden Tag über 30 Grad an, aber auch immer wieder Regen und Gewitter. Also sagte ich mir, dass dies nun eben mehr eine Städtereise wird und keine Badeferien, und packte vorsichtshalber Regenjacke, gute Schuhe und viele lange Hosen ein. Als ich dann in Cartagena war, zum ersten Mal die Stadt erkundete und die ersten paar Stunden in der Sprachschule verbrachte, merkte ich jedoch schnell: Diese Wetterprognose hatte definitiv nicht der Realität entsprochen. Statt den langen Hosen hätte ich lieber noch mehr kurze Hosen und Trägertops mitnehmen sollen. Das Wetter in Cartagena war fast immer gleich: Temperaturen zwischen 28 und 35 Grad, sonnig und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit!

Was mich am meisten fasziniert hat

Da ich ein solches Wetter noch nie zuvor erlebt hatte, gehört die Luftfeuchtigkeit zu den drei Sachen, die mich in Kolumbien am meisten beeindruckt haben. Die zwei anderen waren die intensiven und schönen Farben der Häuser im Centro Historico, der Altstadt von Cartagena, sowie die frischen, leckeren und oft unbekannten Früchte, die auf der Strasse oder in Cafés in Form von Fruchtsäften angeboten wurden. Besonders den Saft der beiden Früchte Lulo (ähnlich wie Kakis, aber mit Kernen im Inneren) und Tamarindo (wie braune Stangenbohnen mit süssen Beeren im Inneren) fand ich sehr lecker. 

Die bunten Häuser in Cartagena haben es Andrea besonders angetan

Die bunten Häuser in Cartagena haben es Andrea besonders angetan

Faszinierend an Cartagena fand ich auch den Unterschied zwischen den verschiedenen Stadtvierteln. Sowohl das Centro Historico als auch das Viertel Getsemani bestehen aus ganz vielen farbigen, meist schön gepflegten Häusern. Die Fenster, Türen und Balkone haben jeweils wieder ganz anderen Farben und teilweise hängen auch schöne Pflanzen daran. Im Gegensatz dazu bestand das Viertel, in dem meine Gastfamilie wohnte, ausschliesslich aus Hochhäusern und regelrechten Wolkenkratzern. Was diese drei Stadtviertel jedoch gemeinsam haben, ist, dass sie als die sichersten Gegenden von Cartagena gelten, da es dort sehr viele Polizisten hat.

So habe ich die Sprachschule erlebt

Die Sprachschule Centro Catalina liegt im Centro Historico, in der Nähe vieler Restaurants, Cafés und Läden. Die Schule ist relativ klein, aber gut ausgestattet mit Laptops und grossen Bildschirmen sowie einem schönen Innenhof als Pausenraum. Die Lehrer waren alle erstaunlich jung (20 – 35), sehr gesprächig und freundlich. Dank einem guten Mix aus interessanten Gesprächen über Themen wie Politik, Geschichte, Ausbildung, Kultur und Mentalität in Cartagena, Kolumbien und Lateinamerika, sowie natürlich auch Grammatik, war der Unterricht immer sehr abwechslungsreich.

Was und wo man in Cartagena isst

Nach der Schule ging ich meist mit der ganzen Klasse oder noch anderen Schülern in ein nahe gelegenes Restaurant essen. Zwei Restaurants, die ich besonders empfehlen kann, sind «La Mulata» und «Malanga bistro caribe». In beiden Restaurants gibt es sehr gutes Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, aber auch vegetarische Gerichte – natürlich immer mit den dort typischen und leckeren Beilagen Arroz de Coco (Kokosreis), Patacones (flach gedrückte und frittierte Kochbananen) und Avocado. Zum Trinken empfehle ich entweder eine Limonada de Coco oder einen der vielen frischen Fruchtsäfte. Mmmh!

Nach dem Unterricht die Belohnung: Mittagessen in einem der nahegelegenen Restaurants

Nach dem Unterricht die Belohnung: Mittagessen in einem der nahegelegenen Restaurants

Ein typisches Gericht in Cartagena wird mit Kokosreis, Kochbananen und Avocado serviert

Ein typisches Gericht in Cartagena wird mit Kokosreis, Kochbananen und Avocado serviert

Beim Thema Essen kommt natürlich auch immer die Frage nach dem Preis auf. Da man in Cartagena meist nur in kolumbianischen Pesos und somit in Tausender- oder Zehntausenderbeträgen bezahlen kann, ist die Vorstellung, was günstig und was teuer ist, etwas schwierig. Für das günstigste Mittagessen habe ich 17‘000 Pesos bezahlt (ca. 5.50 Franken). Im «La Mulata» kostet ein Mittagessen mit Getränk, Mehrwertsteuer und Trinkgeld jeweils etwa 33‘000 Pesos (ca. 10.60 Franken). Im Restaurant muss man jeweils darauf achten, ob die Mehrwertsteuer (8%) und das Trinkgeld (10%) bereits im Preis eingerechnet sind oder noch dazu kommen. Für 33‘000 Pesos bekommt man jedoch eine grosse Portion, die aus sehr gutem und frischem Essen besteht. Früchte, Avocados und sonstige Esswaren an den Strassenständen kosten meist zwischen 1’000 und 3’000 Pesos (ca. 0.30 – 1.00 Franken).

Das waren meine Wochenend-Trips

Am Wochenende ging ich jeweils mit Freunden von der Sprachschule aus der Stadt heraus. Das erste Wochenende verbrachte ich mit ein paar Mädels auf der Isla Grande, einer sehr schönen Insel der Islas del Rosario mit diversen Stränden, Dörfchen, Restaurants und Hostels. Vom Hafen in Cartagena dauerte die Anreise mit dem Boot etwa eine bis zwei Stunden, was sich aber eindeutig lohnte! Denn es hatte sehr schöne Strände, unter anderem den Playa Libre, an welchem es kaum Leute hatte. Die Leute auf der Isla Grande waren sehr nett. Unser Hostel, das «Paraiso Secreto», bestand aus mehreren schönen Häusern mit Hochbetten und Hängematten, Terrassen und jeweils einer Küche. Ausserdem bot das Hostel auch Aktivitäten wie Schnorcheln, Yoga oder Stand-up-Paddling an.

Am zweiten Wochenende ging ich mit anderen Freunden vom Centro Catalina an den Playa Blanca. Das ist ein Strand auf einer Halbinsel, die mit dem Taxi etwa eine Stunde vom Centro Historico entfernt ist. Dieser Strand ist zwar weitaus touristischer, aber ebenfalls sehr schön und einen Besuch wert. Die Nacht dort verbrachten wir in Hängematten eines Hostels, welche glücklicherweise mit Moskitonetzen ausgestattet waren. Die Nächte dort sind zwar ruhig und kühler als in der Stadt, aber es wimmelt nur so von Moskitos.

Am letzten Tag meines Sprachaufenthalts besuchte ich noch das Stadtviertel Getsemani, um die vielen, berühmten Graffitis zu sehen. Was für ein guter Abschluss! Die Vielfalt und die Intensivität der Farben dieser Kunstwerke sind wirklich sehr beeindruckend. 

Nach drei Wochen in Cartagena war es dann leider schon wieder Zeit, zurück in die Schweiz und in den Alltag zu kehren. Ich wäre gerne noch länger geblieben und kann diese wunderschöne Stadt jedem wärmstens empfehlen! Es wird dementsprechend auch nicht mein letztes Mal in Kolumbien und Lateinamerika gewesen sein…

Gastautor/in

Mein Name ist Andrea. Seit meiner ersten Französischstunde habe ich grosse Freude daran, Fremdsprachen zu lernen und dies bei Sprachaufenthalten mit Ferien zu kombinieren. Da ich im Gymnasium eineinhalb Jahre Spanisch hatte, dies aber nun schon wieder eine Weile her ist, entschied ich mich, meine Spanischkenntnisse wieder ein bisschen aufzufrischen. Ich wollte nach Lateinamerika, da mir die Aussprache der verschiedenen Akzente dort besser gefällt als in Spanien und ich ausserdem noch nie in Lateinamerika war.

Gastautor/in

Gastautor/in

Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht einer Kundin oder einem Kunden. Willst auch du von deinem Sprachaufenthalt erzählen? Dann schick uns deinen Beitrag.

Weitere Posts von

HINTERLASSE DEINEN KOMMENTAR