Essen auf La Réunion

Sprachaufenthalte weltweit

Erfahrungsberichte und Expertentipps

Essen auf La Réunion

Während unserem Französisch-Sprachaufenthalt durften wir neben dem professionellen Unterricht und zahlreichen Aktivitäten auch dem fantastischen Essen auf La Réunion frönen. Mit einem kurzen Porträt der Insel-Küche und unseren Restaurant-Tipps wollen wir euch hier so richtig «gluschtig» machen. Was wir im Sprachaufenthalt sonst so erlebt haben, erfahrt ihr in unseren vorigen Blogposts «Erlebnis-Sprachaufenthalt auf La Réunion» und «Aktivitäten auf La Réunion».

Essen auf La Réunion: Kreolisch, französisch und international

Abendessen in der Bamboo Bar

Abendessen in der Bamboo Bar

Die réunionnaisische Bevölkerung ist eine Mischung aus Menschen verschiedener Herkunft. Diese «Métissage» spiegelt sich auch auf dem Teller wider: hier finden sich madagassische, indische, chinesische und festland-französische Einflüsse, die durch weitere internationale Angebote ergänzt wurden. Das Essen auf La Réunion ist ein superfeiner, abwechslungsreicher Mix, der euch selbst bei einem längeren Sprachaufenthalt nicht verleiden wird.

Da auf der Insel auf verschiedene Religionen Rücksicht genommen wird, haben Vegetarier bessere Karten als in Frankreich. Trotzdem können Vegis wie in vielen Ländern nicht den Schweizer Standard erwarten und müssen sich in der fleischlastigen französischen Esskultur kreativ durchmogeln.

Kreolische Spezialitäten

Samoussas am Markt in St Paul

Samoussas am Markt in St Paul

Mehrmals kamen wir in den Genuss der kreolischen Küche. Sowohl beim Apéro mit der Gastfamilie als auch an diversen Essensständen durften wir Samoussas (dreieckige frittierte Teigtaschen mit Fleisch-, Käse- oder Gemüsefüllung), Nems (frittierte Frühlingsrollen) und Bouchons (gedämpfte und teig-ummantelte Fleischbällchen) kosten. Die kleinen Häppchen haben es aber so richtig in sich und können einem schnell den Appetit auf die feinen Hauptgerichte verderben.

Zum Hauptgang werden meist weisser und gelber Reis, ein mit Käse angereichertes Gratin aus Kartoffeln oder Chouchou (ein tropisches Kürbisgewächs), Brèdes (gemischtes, gekochtes Grüngemüse), ein Bohnen- oder Linseneintopf, diverse Fleisch- oder Fisch-Carris (auf Kurkuma-Basis) sowie Rougails (scharfe Fleisch- bzw. Wurst-Eintöpfe) gereicht. Das gesunde Extra zum Essen auf La Réunion gibt’s in Form von exotischen Gemüse- und teilweise Früchte-Salaten. Wegen ihres Peperonchini-Gehalts werden sie ebenfalls Rougail genannt und sind mit entsprechender Vorsicht zu geniessen. Superlecker und sauscharf! 😉 Unser Highlight war ein grüner-Mango-mit-Chilis-Zwiebeln-Salz-Pfeffer-und-Essig-Salat.

Fisch und Meeresfrüchte

Essen auf la Réunion

Fischteller im Restaurant Le Manta

Ob gedämpft, gekocht, gegrillt, fritiert, geräuchert oder roh: dank dem Indischen Ozean stehen Fisch und Meeresfrüchte auf fast jeder Speisekarte. Die Hochseefischer fangen vor allem Thunfische, Schwertfische und Blaue Marline. Auch Krabben und Muscheln gehören zum maritimen Angebot. Vor allem das Thon-Tartar hat es uns angetan. Es wird in zahlreichen Varianten gewürzt und mit Gemüse oder Früchten, wie Avocados oder Ananas, aufgepeppt. Zergeht geradezu auf der Zunge – ein echtes Erlebnis!

Früchte

Exotische Früchte zum Frühstück

Früchteteller à la Réunion

Das Inselfeeling wird spätestens dann perfekt, wenn einen auf den Märkten all die bunten, exotischen Früchte anlachen – und man wieder einmal merkt, wie tropische Früchte schmecken können, die bis zur Reife am Baum hingen! Zu den Top Ten zählen hier Passionsfrüchte, Victoria-Ananas, Papayas, Mangos, Litchis, Drachenfrüchte, Sternfrüchte, Kokosnüsse, Goyavier-Beeren und Guaven. Sie werden roh gegessen oder finden Eingang in Desserts, Konfitüren, herzhafte Gerichte und Fruchtsäfte. Ein für uns bisher unbekanntes Fruchtgesicht war die «fruit à pain» (zu Deutsch Brotfrucht), aus der eine fruchtige Mousse gewonnen wird, die super zu Fisch passt.

Gewürze

Gewürzmischungen am Markt

Gewürzmischungen am Markt

Ihr koloniales Erbe als Gewürzlieferant hat sich La Réunion zur Freude aller heutigen Besucher bewahrt. Noch immer werden Gewürze in Hülle und Fülle angebaut, die für Pepp in der Inselküche sorgen.

Wie ihr früherer Name «Île Bourbon» verrät, spielt der Vanille-Anbau bis heute eine zentrale landwirtschaftliche Rolle. Ein weiteres wichtiges Standbein sind die Zuckerrohr-Plantagen, die massgeblich der Rum-Produktion dienen. Doch auch in Konfitüren und Säften findet man die «Canne», die ein ganz eigenes, leicht süsses Aroma besitzt. In die Carris kommt heimischer Kurkuma, Rougails werden mit «Piment» geschärft. Des Weiteren bereichern Ingwer, Pfeffer, Tamarinden, Zimt und Combavas (Kaffernlimetten) das Essen auf La Réunion. Die eierlegende Wollmilchsau unter den Gewürzen ist übrigens das «4 épice»-Blatt, das die Geschmäcker von Muskatnuss, Gewürznelken, Ingwer und Pfeffer vereint. Wir durften es in Paolos Garten beschnuppern.

Rum, Fruchtsäfte und andere Getränke

Drink in der Bamboo Bar

Drink in der Bamboo Bar

Von karibischem Flair zu schreiben, ist zwar nicht geografisch, aber emotional treffend. Dafür sorgt auch der Rum, der wie in den anderen französischen Übersee-Départements ein wichtiger Wirtschaftsmotor ist. Man kann ihn entweder pur, als «rhum arrangé», d.h. mit Früchten oder Gewürzen aromatisiert, oder in einem «punch» (Fruchtcocktail) geniessen. Typisch Frau kamen für uns nur die letzteren beiden Varianten in Frage. Leckere und lustige Angelegenheit.

Natürlich gibt es all die tropischen Fruchtsäfte auch ohne Alkohol. Sie ermöglichen einen energievollen Start in den Tag und sind eine super Ergänzung zum Essen auf La Réunion. Zum Frühstück wird je nach Vorliebe Kaffee oder Tee getrunken. Als «thé» wird jedoch nur Schwarz- oder Grüntee bezeichnet. Kräutertees heissen korrekterweise «tisane» oder «infusion», die sich dank der vielseitigen Kräuter- und Gewürzküche grosser Beliebtheit erfreuen. Fertige Limonaden können wir allerdings nur mit Vorbehalt empfehlen: Sie sind gefühlt doppelt so süss wie bei uns und zum Teil ein echter Zuckerschock. 

Bierfans sollten ein heimisches «Bourbon» probieren – entweder pur oder als Radler (wo sich für einmal nicht die französische Bezeichnung durchgesetzt hat). Es kam bei den Schulkollegen gut an und scheint sich auch sonst erfolgreich zu vermarkten. Da es den ausgestorbenen Nationalvogel auf dem Etikett trägt, wird es nach diesem auch «Dodo» genannt. 

Brot

Bäckerei mit knusprigem Brot

Bäckerei mit knusprigem Brot

Das Thema Brot beschäftigt uns Schweizer einfach immer und überall. Wie auf dem französischen Festland dominieren auch hier das Baguette und andere Arten von Weissbrot, die es als «tartine» oder «américaine» auch belegt gibt (sogar mit Bouchons oder Pommes frites!!). In einigen Bäckereien findet allerdings auch das ein oder andere Vollkorn seinen Weg ins Brot. Mit ein paar Abstrichen bei der Festigkeit, die das Schweizer Brot so einzigartig macht. Tja, andere Länder, andere Brotsitten… und wir sind schliesslich hierher gereist, um was Neues zu erleben. Das konnten wir definitiv mit den kreolischen süssen Brötchen «macatia au chocolat» (oder andere Geschmacksrichtungen). Perfekt zum Frühstück oder zum «Znüni».

Unsere Restauranttipps von La Réunion

Unser Französischkurs an der DP Langues und die vielen Freizeit-Aktivitäten haben uns immer wieder hungrig gemacht. So freuten wir uns mittags wie abends über den kulinarischen Teil unserer Sprachreise, der übrigens zwei Abendessen mit der Gastfamilie beinhaltete. Für die restlichen Mahlzeiten besuchten wir immer wieder neue Restaurants. Hier unsere Tipps, um richtig gut zu essen auf La Réunion:

Karte zentrieren
Verkehr
per Fahrrad
Transit

Le Manta: Wunderbar tropische Atmosphäre dank Strandnähe in L’Ermitages-Les-Bains und warmer Beleuchtung. Ist die Empfehlung der Sprachschule und mit der Studentenkarte gibt’s einen gratis Rum-Punch. Der gemischte Fischteller mit verschiedenen Sossen ist sehr zu empfehlen!

La Marmite: Liegt ebenfalls am Strand von L’Ermitages-Les-Bains. Hier ist das kreolische Buffet ein Muss.

Macaroni: Die Empfehlung von Rahels Gastfamilie in den hügeligen Vororten von St. Paul. Dank vieler Planzen fühlt man sich etwas wie in der Maosala-Halle. Das Thunfisch-Tartar war sehr lecker.

La-Bas, Ter-la: Im Zentrum von St. Paul, zehn Autominuten von der Schule entfernt und somit ideal für ein Mittagessen nach dem Kurs. Hier gibt’s ein superfeines Lachs-Tartar.

Le Ti Boucan: Restaurant am Strand von Boucan Canot mit exotisch-kreativen Gerichten (z.B. Tomaten-Mozzarella-Salat am Spiess, Thon-Tartar mit Ananas) und zahlreichen Fruchtsäfte mit interessanten Abkürzungen (unter anderem der BOA-Saft ;-)).

Bambou Bar: Nettes Abendlokal mit viel Grün und feinen (allerdings auch nicht ganz günstigen) Gerichten.

Le loup Burger: Leckere Burger, sogar für Vegis, nur zwei Minuten mit dem Auto von der Schule entfernt – ideal zum Mittagessen nach der Schule.

La Bobine: Bar direkt am Strand von L’Ermitage-Les-Bains, mit herrlichem Ausblick aufs Meer. Perfekt zum Sonnenuntergang.

Na, Appetit bekommen? Dann tu es uns gleich und gib dich auf La Réunion nicht nur dem Französischlernen, sondern auch dem Schlemmen hin!

Gastautor/in

Nach Sprachaufenthalten in Auckland, Vancouver und Nizza kümmert sich Rahel nun um alle Social-Media-Aktivitäten von Boa Lingua. Auch in ihrer Freizeit reist sie gerne, um die Welt zu entdecken und neue Sprachen zu lernen.

Sandra Stuber

Sandra Stuber

Sandra ist die Textfee bei Boa Lingua. Sandstrände, wilde Weiten, schmucke Städtchen – sie schreibt über so viele wundervolle Sprachreise-Destinationen, dass sie immer wieder ins Schwärmen gerät und manchmal sogar neidisch auf ihre Texte ist.

Weitere Posts von

HINTERLASSE DEINEN KOMMENTAR