Kulttrainer Trapattoni mit “the cat in the sac“

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Kulttrainer Trapattoni mit “the cat in the sac“

Irland schaffte den Einzug an die Europameisterschaft 2012 in Polen und in der Ukraine. Nach dem Barrage-Hinspiel, welches Irland mit 4:0 gewonnen hatte, mahnte Giovanni Trapattoni noch zur Vorsicht. Leider waren seine Worte für die englischsprechenden Journalisten nur schwerlich zu verstehen, doch weshalb?

Trapattoni benutzte für seinen Vergleich ein italienisches Sprichwort, welches folgendermassen lautet:

Non dire gatto finchè non ce l’hai nel sacco

Etwas salopp übersetzt heisst dies in etwa, dass man nicht von der Katze sprechen solle, solange man diese nicht im Sack hat. In seiner englischen Ansprache benutzte er nun genau dieses Bild und übersetzte das Ganze folgendermassen:

Be careful with the cat. Don´t say, that you have the cat in the sac, when you don´t have the cat in the sac.

Abgesehen davon, dass der Satz etwas konfus formuliert ist, war es für die Journalisten auch vom Sinn her nur schwer zu verstehen. Auch für uns deutschsprachigen ist es nicht ganz einfach. Wir kennen zwar ebenfalls gleich zwei Sprichworte in denen „Katze“ und „Sack“ vorkommen, jedoch lauten diese:

Die Katze aus dem Sack lassen.
oder
Die Katze im Sack kaufen.

Die Bedeutungen sind vollkommen andere als die Italienische. Vielmehr würden wir wohl sinngemäss das Sprichwort verwenden:

Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.

Damit würden wir dasselbe meinen wie Trapattoni, nämlich, dass man nicht vom Sieg reden soll, solange das Rückspiel nicht vorbei ist. Aber was hätte er nun zu den englischsprachigen Journis sagen können, damit sie ihn gleich auf Anhieb verstanden hätten?

Don’t count your chickens before they are hatched.

Also: Zähl nicht deine Hühner, bevor sie geschlüpft sind! Redensarten und Idiomen begegnet man oft, wenn man in einem Land am reisen ist.  Während einem Sprachaufenthalt in Australien, England oder Kanada setzt man sich nicht nur mit der Sprache auseinander, sondern begegnet sehr vielen Einheimischen und lernt viel über die Kultur. Nur wenn man sich längere Zeit mit einer Sprache auseinandersetzt, kann man diese Feinheiten in den eigenen Wortschatz übernehmen.

michele

Sizilianische Wurzeln, in der Schweiz aufgewachsen, in Hamburg studiert, in Berlin verliebt, in Tschechien geheiratet und in Italien dreimal Papi geworden. Wenn ich nicht koche, fahre ich am liebsten Velo oder musiziere.

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