Mein Abenteuer als Demi-Pair in Irland

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Mein Abenteuer als Demi-Pair in Irland

Sechs Monate als Demi-Pair in Irland unterwegs: Alina

Sechs Monate als Demi-Pair in Irland unterwegs: Alina

Vor einem guten Jahr stand ich in meiner Lernphase für die Matura und machte mir Gedanken, wie es danach weitergehen soll. Ich entschied mich für ein Zwischenjahr und dafür, für ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen. Ich hatte bereits vom Demi-Pair-Programm gehört, informierte mich im Internet und anschliessend in einem Beratungsgespräch bei Boa Lingua darüber. Nun bin ich bereits seit zwei Monaten als Demi-Pair in Irland. Das heisst, dass ich jeweils am Morgen eine Sprachschule in Bray besuche und am Nachmittag in der Familie als Au-Pair helfe.

 

Ich habe mich vor meiner Reise selbst unter anderem im Boa Lingua-Blog informiert. Hier möchte ich nun meine Erfahrungen teilen und meinen alltäglichen Tagesablauf schildern.

Ein typischer Tagesablauf als Demi-Pair

Laut dem Programm muss man als Demi-Pair 20 Stunden in der Woche arbeiten, was ca. vier Stunden pro Tag sind. Zudem kann die Familie Babysitting beantragen, z.B. am Wochenende.

Frühstück und Schulweg

An einem normalen Schultag helfe ich morgens ca. eine Stunde in der Familie. Ich bereite die Sandwiches für den Lunch der Kinder zu, mache Frühstück, wecke die Kinder und helfe in der Küche bei Dingen wie den Geschirrspüler ausräumen. Danach mache ich mich auf den Weg in die Sprachschule PACE Bray. Dies kann je nach Wohnsituation der Familie unterschiedlich lange dauern. Ich habe mit 45 Minuten einen ziemlich langen Schulweg, aber viele wohnen auch sehr nahe von der Sprachschule. Die Busverbindungen in Irland sind aber alle ziemlich gut. Die Schule dauert dann von 9 bis 13 Uhr.

Nach der Schule

Nach der Schule stehen Aufgaben an, wie die Kinder von der Schule abholen, putzen, bügeln oder kochen. In meinem Fall eher mithelfen beim Kochen, z.B Kartoffeln schälen – Kartoffeln sind übrigens das absolute Lieblingsgericht der Iren. Zudem muss man je nach Familiensituation auf die Kinder aufpassen oder ihnen bei den Hausaufgaben helfen.

Die Wochenenden

Am Wochenende hat man mindestens einen Tag ganz frei. Viele müssen manchmal auch am Wochenende mithelfen, so auch ich. Ich muss jeweils am Samstag den halben Tag arbeiten, aber ich kann dann einen halben Tag noch etwas unternehmen. Auch am Freitagabend und -nacht sowie am Sonntag habe ich immer frei. Ich versuche stets am Wochenende Irland zu erkunden und Ausflüge mit Freunden zu machen. An Sehenswürdigkeiten mangelt es in Irland nämlich nicht und man kann sowohl in Dublin jede Menge sehen, als auch tolle Orte weiter entfernt mit einem Tagesausflug besichtigen. Von der Schule bekommt man zudem die Möglichkeit, Exkursionen zu buchen oder sich am Infobrett Inspirationstipps für Ausflüge zu holen. Da man als Demi-Pair unter der Woche kaum Zeit hat etwas zu besichtigen, sollte man die Zeit am Wochenende nutzen, denn sie vergeht schneller als man denkt.

Da man als Demi-Pair unter der Woche kaum Zeit hat etwas zu besichtigen, sollte man die Zeit am Wochenende nutzen, denn sie vergeht schneller als man denkt.

Irland entdecken und erleben

Die grösste Tour, die ich bisher unternommen habe, war nach Northern Ireland zum Giant’s Causeway, einem Weltkulturerbe. Zudem habe ich bereits Galway, Dun Laoghaire, Malahide und viele Dinge in Dublin wie die National Gallery, die St.Patrick’s Cathedral oder das Trinity College besucht. Aber es gibt noch so viele Dinge, die ich sehen möchte. Daher versuche ich auch immer die Wochenenden zu planen. Meine nächsten Ausflugsziele werden Cork im Süden von Irland und Belfast, der Hauptort von Nordirland, sein.

Irland pur: St. Patrick's Day-Parade

Irland pur: St. Patrick’s Day-Parade

Ein weiteres Highlight meines Aufenthalts war der St. Patrick’s Day. Die berühmte Parade in Dublin live mitzuerleben und die Stimmung unter den Menschen zu geniessen, war einfach genial.

Irland beeindruckt mit einer tollen Landschaft, vielen Pubs, beeindruckenden Bauwerken und einer sehr liebenswerten Bevölkerung.

Ich denke, ich habe in den letzten Wochen einen Eindruck von Irland erhalten und mir meine eigene Meinung über die Iren und ihre Kultur gebildet. Irland beeindruckt mit einer tollen Landschaft, vielen Pubs, Bauwerken und einer sehr liebenswerten Bevölkerung. Während meinen Ausflügen konnte ich einige der schönsten Plätze Irlands erkunden, die Live-Musik in Pubs geniessen und viele nette Menschen kennenlernen. Seien es Einheimische oder andere Sprachlernende.

Interkultureller Austausch

Da die Schule eher klein ist, findet man schnell Freunde. Der Schweizeranteil unter denSprachlernenden ist aber recht hoch, vor allem in den höheren Niveaus. Dies liegt vermutlich aber auch am selben Bildungshintergrund und daran, dass in der Schweiz viele einen Sprachaufenthalt machen. Ansonsten gibt es viele andere Europäer aus Frankreich, Italien oder Spanien. Dennoch kann man sich auch problemlos mit Sprachlernenden von anderen Kontinenten anfreunden.

Ein Sprachaufenthalt ist immer eine Möglichkeit, sich im interkulturellen Kontakt zu üben und neue Kulturen kennenzulernen. Ich finde das immer wieder spannend. So haben wir im Unterricht einmal die typischen Bräuche und Sitten unserer Heimatländer ausgetauscht und dabei so einiges dazugelernt. Wusstest du zum Beispiel, dass es in Mexico ein Handzeichen für «Tacos, bitte» gibt und dass es Unglück bringt, Taschen auf den Boden zu stellen? Dass man in Spanien zum Jahreswechsel in den letzten zwölf Sekunden pro Sekunde eine Traube isst oder dass auch die Franzosen eine ähnliche Süssspeise wie unseren Dreikönigskuchen kennen? Es gibt doch immer wieder etwas zu erfahren, was man noch nicht wusste.

Ausflug nach Galway: Als Demi-Pair empfiehlt Aline, die Ausflüge gut zu planen.

Ausflug nach Galway: Als Demi-Pair empfiehlt Aline, die Ausflüge gut zu planen.

Klischee #1: Der irische Akzent

Bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich noch zwei Klischees ansprechen, mit welchen ich vor meinem Aufenthalt des öfteren konfrontiert wurde. Zum einen wurde mir oft gesagt: «Was, du gehst nach Irland? Dann bekommst du aber einen irischen Akzent.» Ich hatte daher Bedenken, dass ich die Iren nicht verstehen werde, aber das war überhaupt kein Problem. Um ehrlich zu sein habe ich nicht mal bemerkt, dass sie einen Akzent haben. Es gibt natürlich Ausdrücke und Wörter, die in Irland besonders sind oder regional häufiger verwendet werden. Ein Problem, die Iren zu verstehen, hatte ich aber nie. Ob ich in den nächsten Monaten die irische Aussprache annehmen werde, kann ich nicht beurteilen, aber ich fände das auch weiter nicht schlimm.

Die zweite Amtssprache hier ist «irish», zu Deutsch «gälisch». Kinder lernen diese Sprache häufig in der Schule, als Muttersprache gesprochen wird sie aber nur noch selten, und wenn, dann gerade in der Region.

Klischee #2: Das Wetter

Das zweite Klischee, das sich um Irland rankt, ist das Wetter. Es regnet immer. Das ist zwar nicht direkt so, aber das Klischee ist doch sehr zutreffend. Es ist häufig bedeckt und es gibt hunderte verschiedene Arten von Regen. Zudem ist es häufig windig, aber es gibt ein tolles Zitat von Marianne Williamson, welches ich mit euch zum Schluss teilen möchte: «We may have bad weather in Ireland, but the sun shines in the hearts of the people and that keeps us warm.»

«We may have bad weather in Ireland, but the sun shines in the hearts of the people and that keeps us warm.»

Wenn du dir also überlegst nach Irland zu kommen, du Kartoffeln magst, eine atemberaubende Landschaft suchst und du zudem ein bisschen was von der Kultur in Irland erleben möchtest, ist es genau das Richtige für dich, hier als Demi-Pair eine tolle Zeit zu verbringen.

Gastautor/in

Hi, ich bin Alina und 19 Jahre alt. Für ein knappes halbes Jahr habe ich mein gewohntes Umfeld in der Schweiz verlassen, um in Irland bei einer einheimischen Gastfamilie zu leben und dort als Demi-Pair zu arbeiten. Ich hoffe, ich kann euch in diesem Blogbeitrag einen kleinen Einblick in mein Abenteuer in Irland geben.

Gastautor/in

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Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht einer Kundin oder einem Kunden. Willst auch du von deinem Sprachaufenthalt erzählen? Dann schick uns deinen Beitrag.

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