Mein Start in Bray, Irland – Teil 2

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Mein Start in Bray, Irland – Teil 2

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Nach einer problemlosen Anreise und der ersten Nacht bei meiner Gastfamilie steht nun der erste Schultag mit Einstufungstest vor der Tür. Am Abend geht es mit meiner Gastmutter in ein Pub in der Nähe. Ein wunderbarer Start für meinen Sprachaufenthalt in Irland.

Die erste Nacht in meinem neuen Zimmer im riesigen Doppelbett war erholsam, obwohl ich etwas nervös war. Am Morgen ging ich unter die Dusche, was nicht ganz dasselbe ist, wie das Duschen in der Schweiz. Hier musste ich zuerst die Dusche einschalten, damit das Wasser aufgeheizt wird und ich nicht kalt duschen musste. Als ich dann in die Dusche stieg und das linke Rad drehte, bin ich etwas erschrocken, denn das ganze machte einen ziemlichen Krach. Der Wasserdruck ist hier auch nicht so stark wie in der Schweiz und die Temperatur musste ich mit der rechten Drehscheibe ständig verändern, damit es nicht zu heiss oder zu kalt war.

Zum Frühstück ass ich Toast mit überraschenderweise ungesalzener Butter und Marmelade. Meine Gastmutter war extra für mich aufgestanden und frühstückte mit mir, um mich danach in die Schule zu begleiten. Sogar das irische Wetter war gnädig und es regnete nicht. So konnte ich die Aussicht auf das Meer während dem Weg zur Schule geniessen. Ich musste mir nur merken, wo wir überall rechts abgebogen waren, wo links und wo es einfach geradeaus ging, damit ich den Weg zurück dann auch wieder fand… 😉

Etwas konfuser Start

In der Schule angekommen, traf ich auf zwei Sprachstudenten, die wie ich ihren ersten Tag hatten. Wir gingen dann gemeinsam zur Rezeption, wo wir mit Ordnern ausgerüstet und in den Computerraum gewiesen wurden. Dort redeten wir etwas, während immer mehr Studenten in den Raum kamen. Als wir komplett waren, wurden wir in einen anderen Raum geschickt. In diesem wurden uns Einstufungstests ausgehändigt, die wir bestmöglich ausfüllen sollten. Währenddessen wurden wir in Dreiergruppen aus dem Raum geholt, um auch mündlich geprüft zu werden. Ich war mit der italienischen Studentin in derselben Gruppe, die ich zuvor kennen gelernt hatte und einem mir noch unbekannten Mann. Die Prüferin startete damit, den Mann auszufragen. Plötzlich meinte sie, dass ich in den Raum drei gehen sollte, weil ich dort weiter geprüft werde. Also ging ich dort hin, was etwas verwirrend war, da ich mich ja noch nicht so auskannte. Schlussendlich bin ich aber doch im richtigen Zimmer angekommen. Darin waren zwei Mädels und ein Lehrer. Dieser wusste aber nicht genau was er machen sollte, weil er nur aushilfsweise und für die kranke Hauptlehrerin des Cambridge-Diplomkurses eingesprungen war. Er gab mir dann schliesslich dieselbe Prüfung, welche die zwei Mädels schon begonnen hatten und ich fing an sie zu lösen, obwohl ich noch etwas verwirrt war von der ganzen Situation.

Rund zehn Minuten später ging die Türe wieder auf und eine weitere junge Frau betrat den Raum, die wie ich zur Nummer drei geschickt wurde. Auch sie bekam dieselbe Prüfung ausgehändigt. Nach der Textverständnis Prüfung kamen noch ‚Use of English‘ und ein Hörverständnis dazu. Die Prüfungen korrigierten wir teilweise selber und die Resultate schrieb der Lehrer dann auf. Wir waren alle ungefähr gleich gut. Es gab aber folglich keinen richtigen Einstufungstest, denn ich musste den, welchen ich zu Beginn erhielt nicht fertig ausfüllen.

In der Pause unterhielt ich mich mit den Zweien, die von Beginn an im Zimmer waren etwas. Sie erzählten mir, dass sie schon einige Monate hier seien und beide aus Deutschland kämen. Dazu kam, dass beide ein Demi-Pair-Programm in Bray absolvieren und nach der Schule direkt nach Hause mussten, weil Arbeit in der Familie anstand. So ging auch ich nach dem Unterricht geradewegs zurück nach Hause.

Mein erster Pub-Besuch

Den Weg fand ich leicht wieder. Kurz bevor ich das letzte Mal links abbiegen musste, blieb ich kurz stehen und hielt einen Moment inne. Ich genoss die wunderschöne Aussicht auf das tiefblaue Meer. Es war schon ein bisschen komisch. In der Winterjacke da zu stehen und auf den Ozean zu blicken, denn bis anhin kannte ich das nur von den Sommerferien, ohne Wintermantel.

Sprachaufenthalt in Irland

Ausblick auf das Meer und die Stadt Bray während eines Sprachaufenthalts in Irland

Danach ging ich ins Haus, wo ich von meiner Gastmutter bereits erwartet wurde. Sie fragte mich, wie mein erster Tag war, ob ich den Test gut gemeistert hatte und ob ich schon neue Freunde gemacht hätte. Ich habe ihr dann alles erzählt und auch sie war ein bisschen verwirrt, dass ich in verschiedene Räume gehen musste und den zu Beginn erhaltenen Einstufungstest nie ganz beenden musste. Danach ging ich nach oben und sah nochmal die Prüfungen durch und beendete den Einstufungstest, denn ich dachte, es kann ja nicht schaden. Gerade als ich fertig war, kam meine Gastmutter in mein Zimmer und fragte, ob ich ins Pub möchte. Ich antwortete natürlich mit „ja“ und dann machten wir uns sofort auf den Weg.

Im Pub trafen wir auf ihren Vater, den ich ja vom letzten Abend noch kannte und auf einen Freund von ihm. Mein Englisch wurde das zweite Mal an diesem Tag auf die Probe gestellt, denn mein Gastgrossvater und sein Freund haben einen typisch irischen Akzent und reden ziemlich schnell. Meine Gastmutter ist zwar ursprünglich ebenfalls aus Irland, ist aber in England aufgewachsen und erst vor knapp vier Jahren zurück nach Bray gezogen. Deshalb hat sie einen englischen Akzent, was mir sehr entgegen kommt 😉

Nichts desto trotz gab ich mir sehr viel Mühe, um die beiden Männer zu verstehen. Sie ihrerseits versuchten möglichst deutlich und auch etwas langsamer zu sprechen, damit ich sie verstand. Sie fragten mich viele Sachen, ich erzählte viel über mich und fragte auch sie einiges, während ich mein erstes Bier in einem irischen Pub genoss. Nein, es war kein Guinness ;). Meine Gastmutter fragte mich schon auf dem Weg dorthin, was ich denn normalerweise trinke und ich habe ihr vom schweizerischen Eve erzählt. Im Pub hat sie dann für mich ein Bier mit Cassis-Aroma bestellt, was wir ab sofort ‚Ladylager‘ nannten. Der Mann hinter der Bar lachte mich aber aus, weil ich nicht einfach ein normales Bier trank.

Englische Castingshows

Nach meinem ersten Besuch im Pub gingen wir wieder zurück nach Hause. Dort schaute ich ein wenig fern, während meine Gastmutter das Abendessen zubereitete. Ich sah meine gewohnten Fernsehserien wie How I Met Your Mother oder The Big Bang Theory, nur eben auf Englisch. Das Abendessen war köstlich.

Den Abend verbrachten wir gemeinsam vor dem Fernseher. Wir schauten die englische Talentshow Got to Dance. In dieser Castingshow wird nach dem besten Tänzer, der besten Tänzerin oder nach der besten Tanzgruppe gesucht und das ganze ist auf wirklich hohem Niveau. Es ist etwas ganz anderes als die Talent- und Castingshows, die wir in der Schweiz aus dem deutschen und schweizerischen Fernsehen kennen. Die meisten Teilnehmer sind sehr talentiert und ziehen dich in ihren Bann. Es geht auch nicht darum, was für Schicksale die Tänzerinnen und Tänzer schon durchgemacht haben, sondern ausschliesslich um ihr Talent. Meine Gastmutter und ich waren uns meistens einig darüber, ob wir die Gruppen oder Solokünstler gut fanden oder nicht. Wir tauschten uns dann über diese aus. So lerne ich hier nicht nur die englische Sprache, sondern auch mehr über das Tanzen und ich denke nun immer wieder darüber nach, ob ich nicht anfangen soll zu tanzen, wenn ich zurück in der Schweiz bin… Aber das ist mein eigenes Ding und ich will euch damit nicht volltexten… Danach ging ich zufrieden ins Bett, um dann am nächsten Morgen ausgeschlafen und erholt aufzuwachen.
Meine Gastmutter ist Krankenschwester und arbeitet drei Tage die Woche für rund vierzehn Stunden. Sie ist also nur drei Tage pro Woche nicht da, dafür von morgens bis abends. Also frühstückte ich dieses Mal alleine. Das war ein bisschen ungewohnt, weil ich mir eigentlich Gesellschaft gewohnt bin. Es hat aber auch seinen Vorteil, wenn man mal mit niemandem reden muss, wenn man erst gerade aufgestanden ist 😉

Linda Wolfisberger

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Gastautor/in

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Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht einer Kundin oder einem Kunden. Willst auch du von deinem Sprachaufenthalt erzählen? Dann schick uns deinen Beitrag.

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2 Comments

  • Fabienne

    Hallo Linda

    Dein Bericht klingt echt spannend und als ob es dir gefallen würde. Ich hab ein paar Fragen an dich…:)
    Bist du auch ein Demi-Pair? Allgemein ist es schwierig mit dem irischen Akzent? Hilft dir die Schule mit dem Englisch weiter?

    Würde mich über deine Antwort freuen.

    Liebi Grüess
    Fabienne

    11. Mai 2016 at 14:33
    • Susanne Moore
      Susanne Moore

      Hallo Fabienne
      Vielen Dank für deine Frage an Linda. Ich hab sie Linda weitergeleitet, damit sie dir gleich selber darauf antworten kann.
      Liebe Grüsse, Susanne

      12. Mai 2016 at 13:24

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