Radisli in Nizza: Man sieht sich immer zweimal im Leben

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Radisli in Nizza: Man sieht sich immer zweimal im Leben

Diesen Satz hast du bestimmt auch schon mal gehört und dazu möchte ich dir deshalb zwei Geschichten aus Nizza erzählen.

Als ich eines Nachmittags mit einem Freund mitten in der Altstadt in einem Café sitze, wird er um eine Zigarette gebeten. Der Fremde bekommt eine Zigi, bedankt sich und verschwindet wieder in der Menge der Touristen. Alex und ich teilen uns eine „Crèpe avec sucre et cannelle“ und plaudern noch eine Weile über Gott und die Welt. Für das Abendessen wollen beide wieder bei der Gastfamilie zuhause sein und so trennen wir uns. So passiert es, dass ich ca. zwei Stunden nach der ersten Begegnung mit dem Fremden, diesen am Boulevard Jean Jaurès wieder sehe. Unsere Wege kreuzen sich nur – ohne  Worte – und vermutlich hat er mich nicht einmal registriert.

Ein anderes Mal war ich am Nachmittag mit einer Freundin in Beaulieu-sur-mer. Sie nimmt den Zug und ich wähle den Bus zurück nach Nizza. Während der Fahrt fällt mir eine Jugendliche auf. Sie ist etwa gleich gross wie ich, hat dunkelbraune Haare bis zu den Schultern und trägt ein weisses Shirt mit Möwen. Ausserdem sticht auch gleich ihr schwarzer Rucksack mit vielen farbigen Mini-Bildern von Städten ins Auge. Bereits in Villefranche-sur-mer nimmt der Verkehr zu und wir fahren nur noch im Schritttempo.

Die Temperatur im Bus steigt, während es draussen wohl bereits 30 Grad ist, noch in die Höhe. Als wir auf dem Boulevard Carnot angelangt sind, steigen immer mehr Menschen aus und gehen zu Fuss weiter. Bald schon merke ich, dass diese schneller vorwärts kommen als ich auf den vier Rädern. So entscheide ich kurz vor dem Hafen, die Sauna auch zu verlassen und spaziere, erleichtert über die frische Luft, bis zum Place Garibaldi. Da will ich nämlich noch was zu trinken kaufen, bevor ich gleich verdurste. Nach diesem Abstecher mache ich mich einmal mehr zu Fuss auf den Heimweg. Et voilà: keine zehn Minuten später steht die Jugendliche aus dem Bus vor mir an der Ampel.

Rahel Stössel

Rahel Stössel

Nach Sprachaufenthalten in Auckland, Vancouver und Nizza kümmert sich Rahel nun um alle Social-Media-Aktivitäten von Boa Lingua. Auch in ihrer Freizeit reist sie gerne, um die Welt zu entdecken und neue Sprachen zu lernen.

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