Reisetipps: 8 «Was, wenn…?»-Fragen und Antworten

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Reisetipps: 8 «Was, wenn…?»-Fragen und Antworten

Aleks hat viele Antworten auf «Was, wenn...?»-Fragen auf Lager

Aleks hat viele Antworten auf «Was, wenn…?»-Fragen auf Lager

Während ihrer vielen Reisen und vor allem seitdem sie seit über einem Jahr nomadisch lebt, hat Bloggerin Aleks Glitzeric vor allem eins gelernt: Es gibt IMMER und für alles eine Lösung. Meistens ist sowieso alles halb so schlimm wie befürchtet und oftmals hilft schon ein tiefes Ein- und Ausatmen, um einen klaren Kopf zu bekommen.

In ihrem Gastblogbeitrag gibt sie Antwort auf «Was, wenn…?»-Fragen, die vor oder während deinem Sprachaufenthalt, respektive deiner Reise auftauchen können.

1. Was, wenn ich keine Freunde finde?

Man findet immer Freunde! Manchmal ist es sogar eher schwieriger, einfach nur alleine zu sein. Schau es doch so an: Ja, vielleicht musst du den ersten Schritt machen und jemanden ansprechen. Aber wieso auch nicht? Aktiv sein Leben und seine Bedürfnisse in die Hand zu nehmen und nicht nur passiv zu warten, ist sehr befreiend.

Hier sind vier Wege, wie du während deinem Sprachaufenthalt leicht Freunde finden kannst:

  • Der einfachste Weg, neue Freunde zu finden, ergibt sich am Einführungsabend (oder -tag) deiner Sprachschule. Dann kommen die neuen Schüler an und man kommt immer ins Gespräch. Man fragt, woher man kommt, wie lange man bleibt usw. Freue dich darauf und bringe doch gleich etwas Schweizerschoggi mit zum Teilen.
  • Am ersten Schultag lernst du deine Mitschüler kennen. Es gibt Vorstellungsrunden und auch Gruppenarbeiten. Dann folgt das Mittagessen und schon kannst du Anschluss finden.
  • Melde dich für Aktivitäten der Schule an – egal ob Filmabend, Koch-Workshop oder abenteuerliche Tagesausflüge. Bei den Aktivitäten lernst du auch Leute kennen, die nicht in deiner Klasse sind.
  • Schliesse dich anderen Gruppen an! Wenn du eine Gruppe von Sprachstudenten siehst, die zusammen an den Strand gehen, gib dir einen Ruck. Sei mutig und frage, ob du dich anschliessen darfst. Niemand sagt nein!

Und vergiss nicht: Anderen geht es genau gleich wie dir. Sie sind auch neu und kennen meistens noch niemanden.

2. Was, wenn meine Beziehung in die Brüche geht?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, ehrlich mit deinem Partner oder deiner Partnerin zu kommunizieren. Erzähle von deinen Ängsten, höre zu und sucht gemeinsam nach etwas, was für beide von euch stimmt. Klar, eure Beziehung kann zu Ende gehen – aber das könnte sie auch so. Sie kann aber auch vertieft werden. Du (bzw. ihr) kannst Vertrauen üben und durch diese Herausforderung gehen und wachsen.

Wenn man reist, entwickelt man sich weiter, gewinnt aber auch Abstand von Zuhause. Man sieht gewisse Dinge viel klarer und erkennt, das man eventuell die ganze Zeit über schon etwas unterdrückt hat. Ich habe mich übrigens von meinem damaligen Freund nach meiner Reise getrennt. Ich habe wusste, das vieles schon vorher nicht wirklich funktioniert hatte, brauchte aber diesen physischen Abstand, um das zu erkennen.

Ihr könnt auch vereinbaren, dass ihr miteinander skypet, euch besucht und entweder zusammen herumreist oder einen Urlaub geniesst. Wichtig ist, dass ihr klar kommuniziert, was ihr euch vorstellt und wünscht.

3. Was, wenn ich mich einsam fühle und Heimweh habe?

Das ist ein Prozess, genauer gesagt ein Loslös-Prozess. Alles ist neu und ungewohnt: Du bist nicht mehr in deiner gewohnten Umgebung und Routine, sondern ausserhalb deiner Komfortzone. Ich empfehle dir, zu skypen, Tagebuch zu schreiben oder ein Ritual in deinen Alltag einzubauen, welches du auch schon zu Hause hattest. Zum Beispiel morgens eine Tasse Tee geniessen, dein Lieblingsbuch lesen oder die Sportart praktizieren, die du sonst auch liebst.

Ich erinnere mich immer noch daran, wie ich am wunderschönsten einsamen Postkarten-Strand von Palmen und Meer umgeben geheult und mich gefragt habe: «Wieso musste ich diese blöde Insel wählen? Eine INSEL?!» Danach bin ich zur Schule gegangen und habe am Orientierungsabend neue Freunde kennengelernt. Und schon sah die Welt wieder besser aus.

Drücke dein Heimweh also nicht weg. Du darfst traurig sein, aber bemitleide dich nicht. Sei dankbar und handle positiv, nachdem du dich ausgeweint hast. Ich meine: Hey, wow, schau mal wo du bist? Feiere dich für deinen Mut!

Einsam? Heimweh? Schliesse dich den anderen Leute an der Sprachschule an!

Einsam? Heimweh? Schliesse dich den anderen Leute an der Sprachschule an!

4. Was, wenn ich absolut gar nichts mag an diesem Ort/dieser Schule/in dieser Gastfamilie?

Informiere Boa Lingua, sprich mit der Schule, rechne mit Lösungen und Konsequenzen. Wenn du deinem Bauchgefühl folgst und dich nicht zwingst, passt’s eigentlich auch. Ich zum Beispiel habe mich nach einem Monat in Bocas Del Toro entschieden, früher weiterzureisen, weil mir die Insel für zwei Monate doch etwas zu klein war. Ich habe zwar das Geld meiner Gastfamilie nicht zurückerhalten, dafür zusätzlich zum Frühstück noch ein Abendessen bekommen bis zu meiner Weiterreise. Am neuen Ort konnte ich die Schwesterschule meiner damaligen Sprachschule besuchen und den Unterricht dort fortsetzen. Deshalb sage ich immer: Weniger ist mehr. Verbuche also nicht schon deine ganze Reise, sondern starte klein und schaue weiter, wenn du vor Ort bist.

5. Was, wenn ich krank werde?

Nimm immer eine kleine (alternative) Reiseapotheke mit. Ich schwöre auf ätherische Öle wie z.B. Pfefferminzöl gegen Kopfweh und Übelkeit, spezielle Tees aus der Apotheke, sonstige homöopathische Tinkturen wie Wermutstropfen gegen einen komischen Magen, Kohletabletten gegen Durchfall und früher hatte ich auch Schmerzmittel dabei. Ich halte auch immer Ausschau nach lokalen natürlichen Heilmitteln wie Papaya-Samen, Ingwer- und Kurkumawurzel oder Noni-Shot gegen Fieber. Zudem trinke ich viel Kokosnusswasser, esse zur Vorbeugung gesund und ausgewogen und mache Yoga. Im schlimmsten Fall «google» ich nach Homöopathen und mache mir einen Termin aus. Falls du einen Arzt brauchst, fragst du am besten deine Gastfamilie oder die Schule um Rat.

6. Was, wenn mein Gepäck verloren geht?

Mein Tipp ist: Lieber von Anfang an weniger einpacken und mit Handgepäck reisen. Ansonsten habe immer «Notfallkleidung» im Rucksack dabei, wie zum Beispiel zwei T-Shirts, eine (kurze) Hose, Unterwäsche und Bikini. Mir ist mein Koffer auch schon abhanden gekommen und für eine Woche hatte ich nur ganz wenige Sachen. Diese habe ich dann jeweils von Hand gewaschen. Je leichter du reist, desto leichter fühlst du dich und desto weniger hast du zu verlieren.

Reisetipp: Habe immer "Notfallkleider" im Rucksack dabei

Reisetipp: Habe immer „Notfallkleider“ im Rucksack dabei

7. Was, wenn meine Kreditkarte gesperrt oder mein Portemonnaie gestohlen wird?

  • Rufe deine Bank an und beantrage eine neue Karte. Es ist sowieso besser, immer eine zweite (Notfall-) Kreditkarte, z.B. Pre-Paid, dabei zu haben. Informiere auch deine Bank, dass du ins Ausland vereist, da sehr viele Karten wegen Sicherheitsbestimmungen gesperrt werden. Wenn du dich für einen Kreditkartenanbieter entscheidest, der sich auch auf Reisende spezialisiert, gibt es manchmal sogar die Möglichkeit für ein Notfall-Paket, sollte was passieren.
  • Frage nach Hilfe. Menschen sind hilfsbereiter als man denkt. Frage die Schule nach Hilfe oder deine Mitschüler, ob sie dir etwas leihen könnten. Jeder hilft gerne aus.
  • Habe immer etwas Bargeld bei dir. Je nachdem, wohin du gehst so 50-200 Dollar, die du wechseln kannst.
  • Falls das Portemonnaie gestohlen wird, dann sperre alle deine Bankkarten und fordere neue Karten an.
  • Trage nie dein ganzes Bargeld und all deine Karten samt Reisepass auf dir – nur wenn du Geld abheben gehst! Es empfiehlt sich auch, immer alles zu kopieren, zu Hause einzuscannen und einmal dir und zum Beispiel deinen Eltern via E-Mail zu schicken, damit du jederzeit darauf zugreifen kannst.

8. Was, wenn meine Familie denkt, es sei zu gefährlich alleine zu reisen?

Suche nach positiven Zeitungs- und Blogartikeln und informiere dich über die Kultur. Stelle eine Collage mit den schönsten Bildern zusammen und mache eine Präsentation über den Ort, die Schule und das gute Feedback von anderen Schülern!

Ausserdem übertreiben es meiner Meinung nach viele Medien und fokussieren sich oft auf das Negative.

Wenn du ganz skeptische Eltern hast, dann mache ihnen doch eine Statistik, was dir Gefährliches und Schlimmes in der Schweiz passieren kann. Und wie gesagt: Du bist nicht alleine, du bist bei einer Gastfamilie und in einer Sprachschule mit anderen Menschen. Bis es dann soweit ist und du nach der Schule weiterreist, wirst du Freunde gefunden haben und mit einem oder mehreren von ihnen deine Reise fortsetzen – das wird deine Eltern beruhigen. Eine Postkarte schicken oder ab und zu skypen kannst du ja auch mit ihnen vereinbaren.

Zum Schluss ist es aber auch wichtig, dass du verstehst, dass dies auch für deine Eltern etwas Neues ist und sie ebenfalls aus ihrer Komfortzone geworfen und mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert werden. Sie sind auch nur Menschen.

Hast du weitere «Was, wenn…»-Fragen? Dann rein damit in den Kommentar!

Gastautor/in

Mein Name ist Aleks, ich bin 24 Jahre jung, Bloggerin, Yoga Lehrerin und digitale Zen Nomadin. Nach einem Sprachaufenthalt in Bocas del Toro mit Boa Lingua vor rund drei Jahren startete ich meine innere Reise. Auf meinem Blog Magical Life of Aleks berichte ich von meiner Reise – der inneren sowie äusseren und möchte meine Leser inspirieren, glücklich zu sein. Denn jeder hat die Verantwortung für sein Leben.

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Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht einer Kundin oder einem Kunden. Willst auch du von deinem Sprachaufenthalt erzählen? Dann schick uns deinen Beitrag.

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