Geheimtipps: Städte für Architektur-Fans

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Geheimtipps: Städte für Architektur-Fans

Dich faszinieren Meisterwerke der Architektur? Uns auch! Deshalb verraten wir dir unsere fünf Geheimtipps für Städte für Architektur-Fans. Darunter sind spezielle Gebäude, die noch nicht jeder gesehen hat und dich garantiert ins Staunen versetzen werden.

  1. Rotterdam

    Sehen nicht nur aussen spektakulär aus, sondern auch innen: die Kijk-Kubus-Häuser.

    Sehen nicht nur aussen spektakulär aus, sondern auch innen: die Kijk-Kubus-Häuser.

    Zugegeben, wahrscheinlich denkst du als erstes nicht gerade an Rotterdam, wenn du an Städte für Architektur-Fans denkst. Doch die Stadt mit dem grössten Seehafen Europas gilt als das Must-See unter Architektur-Begeisterten. Kenner nennen es auch das «Manhattan an der Maas». Als die Stadt im zweiten Weltkrieg von zahlreichen Bomben getroffen wurde, entschied man sich, beim Wiederaufbau der historischen Architektur dem Resten Europas Gegensteuer zu bieten und auf moderne Architektur zu setzen. Die Wolkenkratzer Rotterdams dienen nicht, wie beispielsweise in den USA üblich, der Unterbringung von Grosskonzernen, sondern grösstenteils als Wohnhäuser. So wie das 124-Meter hohe Hochhaus The Red Apple oder der höchste Wohnturm Hollands, der New Orleans, die dir während deinem Aufenthalt in Rotterdam bestimmt ins Auge stechen werden. Besonders speziell, aber etwas versteckter sind die würfelförmigen Kijk-Kubus-Häuser. Alle «Würfel» zeigen mit einer Kante nach unten und sind dort mit einer Fussgängerbrücke verbunden.

    Die Markthalle in Rotterdam ist Geschäfts- und Wohnhaus in einem.

    Die Markthalle in Rotterdam ist Geschäfts- und Wohnhaus in einem.

    Nicht quadratisch, sondern hufeisen- respektive bogenförmig ist die neue Markthalle. Besonders eindrücklich: Auf die Glasscheiben im Innern des Bogens werden bunte Bilder projiziert! Und zu guter Letzt muss hier natürlich auch die Erasmusbrug erwähnt werden. Die Schrägseilbrücke spannt sich über den Fluss Maas und sieht etwas aus wie eine Harfe. Übrigens: Am besten nimmst du an einer der vielen Architektur-Führungen teil, dann verpasst du keines der Highlights und erfährst obendrauf auch noch alles zu den Bauten.

  2. Cambridge

    Das King's College in Cambridge ist ein Meisterwerk der gotischen Architektur.

    Das King’s College in Cambridge ist ein Meisterwerk der gotischen Architektur.

    Von der futuristischen Architektur in Rotterdam geht’s hoch zur mittelalterlichen in Cambridge. Für Fans von gotischer Architektur ist das ein Muss. Denn einige der Gebäude in Cambridge zählen zu den wichtigsten Zeugen dieses Architektur-Kapitels. Die meisten davon gehören zu der weltbekannten University Of Cambridge, welche 30 Colleges beinhaltet. Das King’s College ist hierbei das berühmteste. Vor allem wegen der King’s College Chapel, ein Meisterwerk der gotischen Architektur!

    Den Blick nach oben zu richten, lohnt sich in der King's College Chapel definitiv!

    Den Blick nach oben zu richten, lohnt sich in der King’s College Chapel definitiv!

    Das Fächergewölbe im Innern ist das grösste der Welt und versetzt einem ins Staunen. Auch die Dining Hall im King’s College ist mit den Gotik-Holz-Schnitzereien eine wahre Augenweide für Gotik-Liebhabende. Nimm während deinem Sprachaufenthalt in Cambridge an einer Tour teil, diese führt dich durch die spannendsten der Colleges, denn die prachtvolle Gotik-Architektur versteckt sich dort an jeder Ecke.

  3. Tiflis

    Diese Konstruktion erinnert etwas an das Geschicklichkeitsspiel Jenga.

    Diese Konstruktion erinnert etwas an das Geschicklichkeitsspiel Jenga.

    Keine Angst, wenn du im ersten Augenblick nicht gerade weisst, wo diese Stadt liegt. Die Hauptstadt von Georgien gilt nach wie vor als Geheimtipp. Und erst recht für Architektur-Fans! Denn das Stadtbild wird einerseits vom sowjetischen Modernismus und andererseits von zeitgenössischer Architektur geprägt. Ersterer findest du auf einem Streifzug durch die Gassen der Altstadt – dort ziehst du an Häuser mit bunten Holzbalkonen und Blumenornamenten vorbei. Auch aus der Sowjetzeit stammt der Hochzeitspalast (auch Ritualspalast genannt). Er wurde 1984 als Kompromiss gebaut, denn während der Sowjetzeit waren kirchliche Zeremonien verboten. Damit die Einwohner trotzdem Hochzeiten und Beerdigungen in einer sakralen Umgebung durchführen konnten, einigte man sich auf diesen Palast. Der geschwungene, skulpturartige Palast dient heute als Ort für private Veranstaltungen. Wenn du vor allem Brutalismus magst, kann dir Tiflis auch hier dienen. Das Gebäude des Hauptsitzes der Bank of Georgia ist ein Prunkstück des Brutalismus‘ und sieht dem Geschicklichkeitsspiel Jenga ähnlich. Ein Highlight ist definitiv auch die Friedensbrücke mit dem glasigen Dach. Übrigens: Von den Einheimischen wird sie auch Always Bridge genannt, da sie durch ihre Form an eine Frauenbinde erinnert.

  4. Bilbao

    Das Guggenheim Museum in Bilbao ist von jeder Seite her ein Highlight.

    Das Guggenheim Museum in Bilbao ist von jeder Seite her ein Highlight.

    Diese Stadt prägt sogar einen Begriff in der Architektur: Der Bilbao-Effekt. Damit bezeichnet man die gezielte Aufwertung von Orten durch spezielle Architektur. Vor rund 20 Jahren begann die Stadt im Baskenland damit, sich von der schmutzigen Industriestadt zur trendigen Touristendestination zu mausern. Allen Gebäuden voran ist das Guggenheim Museum Bilbao: ein Prachtstück der zeitgenössischen Architektur! Mit geschwungenen Fassaden, gebrochenen Geometrien und speziellen Baumaterialien zieht es nicht nur Architektur-Liebhabende in den Bann. Die mit Blumen bepflanzte Hunde-Figur und die Spinnen-Skulptur sind weitere Highlights des Baus.

    Direkt vor dem Eingang steht der bunte Hund.

    Direkt vor dem Eingang steht der bunte Hund.

    Im Innern können die Besuchenden weiterstaunen: Auf 11 000 Quadratmetern wird moderne Kunst ausgestellt. Zum Erzeugnis des Bilbao-Effekts gehört auch die Fussgängerbrücke Zubizuri, die sich wie ein Segel über den Fluss spannt. Besonders speziell ist das Gefühl auf dem Glasboden zu laufen und das Wasser unter den Füssen vorbeiziehen zu sehen. Wir empfehlen dir wärmstens, während deinem Sprachaufenthalt in Spanien einen Ausflug nach Bilbao zu planen.

  5. Marseille

    Was von weitem wie ein Netz aussieht, ist eigentlich eine Beton-Fassade.

    Was von Weitem wie ein Netz aussieht, ist eigentlich eine Beton-Fassade.

    Als Marseille 2013 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wurde, schossen neue Gebäude nur so aus dem Boden. Diese prägen noch heute Marseilles Stadtbild und machen die Stadt zu einem unserer Geheimtipps für Architektur-Fans. Doch auch die Zeugen der verschiedenen Baustilen vor dieser Zeit darfst du während deinem Aufenthalt in Marseille nicht verpassen. Am besten beginnst du in der weiten Vergangenheit mit dem Besuch der Notre-Dame de la Garde. Die Wallfahrtskirche thront etwas erhöht über der Stadt Richtung Meer und gehört zum neobyzantinischen Baustil. Innen begeistert sie mit einem prunkvollen Ausbau und aussen mit der für diesen Baustil typischen schwarz-weiss gestreiften Fassade. Im Kontrast zu diesen mittelalterlichen Bauten, steht das Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée MUCEM, welches auf einer künstlichen Halbinsel am alten Hafen liegt. Der kubische Bau ist verglast und umgeben von einer netzartigen Betonfassade. Vom Dach des Museums führt ein 115 Meter langer Steg zur alten Festungsanlage. Direkt neben dem MUCEM ragt das Dach des Kulturzentrums Villa Méditerranée hervor. Du wirst beim Betrachten sicherlich auch die Ähnlichkeit zu einem Sprungbrett erkennen.

    Das Dach von der Villa Méditerranée und im Hintergrund die Kathedrale von Marseille.

    Das Dach von der Villa Méditerranée und im Hintergrund die Kathedrale von Marseille.

    Fans von Le Corbusier-Architektur freuen sich über die Cité radieuse de Marseille, das erste Unité d’Habitation-Gebäude. Auf 18. Stockwerken sind hier 337 Wohnungen untergebracht, was bei der Fertigstellung im Jahr 1952 als Innovation im Wohnungsbaus galt. Übrigens: Dieses Gebäude kannst du nicht nur von aussen betrachten, das Café im Hotel und die Dachterrasse sind öffentlich zugänglich. Dort erwartet dich ein Swimming Pool und einen herrlichen Blick über die Stadt, das Meer und die umliegenden Berge. Du planst einen Sprachaufenthalt in Aix-en-Provence? Unternimm einen Ausflug nach Marseille, die Stadt ist nur eine halbe Stunde entfernt.

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Wenn Jara Helmi nicht gerade als Content Communication Specialist mit Wörtern und Sätzen rumjongliert, kurvt sie mit ihrem Renner durch die Strassen und geniesst das Stadtleben. Ihr Reiseherz hat sie an das wunderschöne Tulum in Mexiko verloren – das Wanderherz hingegen liegt hoch oben in der wilden Natur der Schweizer Berge.

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