Südafrika: Let’s hit the water

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Südafrika: Let’s hit the water

–> Hier geht’s zum ersten Blogpost „Südafrika: the wind is calling“ von Bernadette.

Table View

Nach fünf intensiven Tagen an der Sprachschule Inlingua und unzähligen neuen Eindrücken ist nun endlich Wochenende. Der Kiterucksack gefüllt mit dem 7er- und 9er-Kite, Bar und Pumpe auf dem Rücken sowie dem Kiteboard, Harness und dem Neoprenanzug in der Hand versuche ich etwas unbeholfen aus meinem Zimmer zu kommen und durchs Haus zum Auto zu gelangen. Mein Gastvater hat mir angeboten, mich zum Civic Center zu fahren, wo ich einen direkten Bus nach Table View nehmen kann. Während ich vergebens versuche, alles Material auf einmal zu transportieren, kommt mir mein Gastvater entgegen und ich merke, wie bei ihm plötzlich ein Licht aufgeht. Obwohl ich meinen Gasteltern ausführlich erklärt hatte, dass ich mein eigenes Kitematerial dabei habe, ist meinem Gastvater erst gerade eben bewusst geworden, dass all dieses Material wohl in diesem langen, rot-türkis farbenen Bag gewesen sein musste, welches er mir bei meiner Ankunft ins Zimmer getragen hatte. Sofort nimmt er mir Bord und Neoprenanzug ab, fährt den Mini aus der Garage und hilft mir einzuladen. Zu meinem Erstaunen passt alles mühelos hinein. An der Bushaltestelle angekommen bin ich froh, dass mich ein paar Mitstudenten aus der Sprachschule begleiten und mir beim Tragen helfen. Mit dem MyCiti Bus geht es Richtung Table View und meine Vorfreude, gemischt mit einem mulmigen Gefühl, wird immer stärker. Eine unserer Lehrerinnen meinte, dass die Bedingungen ziemlich hart seien, die Wellen hoch und der Wind stark und sie sich nicht vorstellen könne, wie man bei diesen Konditionen aufs Wasser gehen wolle.

Kitesurfen

Kurz vor meiner ersten Session.

Vor ein paar Tagen habe ich mit der Kiteschule High Five, die am Kitebeach in Table View stationiert ist, Kontakt aufgenommen und mich nach den Windbedingungen sowie einer Lektion erkundigt. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass ich den hiesigen Bedingungen gewachsen bin, sowie das Wichtigste über diesen Spot aus erster Hand zu erfahren, habe ich eine Lektion vereinbart.
Obwohl die Kiteschule mir mitteilte, dass es heute Wind hat, bin ich mir, als ich mit prüfendem Blick aus dem Fenster des Buses schaue, nicht mehr sicher, ob dies wirklich auf den heutigen Tag zutreffen würde. Der Tafelberg sowie der ganze Uferbereich sind in dicken Nebel gehüllt. Dazu kommt, dass sich kaum ein Grashalm bewegt. Auch als wir nach fast eineinhalb Stunden Fahrt an der Busstation Seal aussteigen, nehme ich kaum einen Windhauch wahr. Nur wenige Meter von der Bushaltestelle entfernt, befindet sich die Kiteschule im Endless Summer Beachhouse und es erstaunt mich wenig, dass sich bei diesen Umständen kaum etwas regt. Hui von der Kiteschule High Five heisst uns herzlich willkommen und bestätigt meine Vermutung, dass vorerst noch kein Wind und keine ausreichende Sicht zum Kiten vorhanden sind. Er wirkt jedoch sehr optimistisch und meint, dass es in ein bis zwei Stunden sicherlich anders aussehe. Ich deponiere mein Kitematerial im Endless Summer Beachhouse und wir machen uns auf, um etwas Essbares zu finden, da es in der Zwischenzeit bereits Mittag ist.
Tatsächlich, als wir eine gute Stunde später das Restaurant verlassen, haben sich die Nebelschwaden grösstenteils verzogen und der Wind zerzaust mir das Haar. Zurück am Strand sehe ich die ersten Kites am Himmel und kann es kaum mehr erwarten, aufs Wasser zu kommen. Doch neben der Pizza liegt mir nun aber noch etwas anderes auf dem Magen…

Der weisse Hai

Muizenberg

Während meines Besuches in Muizenberg flog die Flagge „Spotting conditions poor“.

Die Floskel „Lass dich aber nicht von einem Hai fressen“ bekam ich unzählige Male vor meiner Abreise zu hören – halb schmunzelnd halb ernst. Ganz kalt liessen mich diese Aussagen natürlich auch nicht. Es ist eine Tatsache, dass sich Haie in den Gewässern um Südafrika tummeln und das Kap selber ist auch bekannt für die Weissen. Während den letzten Tagen habe ich mich zu diesem Thema etwas umgehört. Laut Locals sind die Haie vorwiegend an den südlichen und wärmeren Küsten von Kapstadt anzutreffen. So ist beispielsweise der bekannte Surfstrand von Muizenberg auch mit Sharkspottern ausgestattet. Hui bestätigt mir noch einmal, was ich in der Zwischenzeit bereits herausgefunden habe und meint, dass er noch nie von einem Vorfall in Zusammenhang mit Kitern hier oben gehört habe. Somit kann ich mich nun etwas beruhigter ins kalte Wasser von Cape Town stürzen.

Let’s go downwind

Kite am Strand von Kapstadt

Kite am Strand von Kapstadt

Um ein erstes Bild über die hiesige Kitelage zu erhalten, packen wir unser Kitematerial in einen Shuttlebus und fahren zirka zehn Minuten zum etwas südöstlicher gelegenen Dolphin Beach. Die stetig hereinrollenden Wellen und die Worte meiner Englischlehrerin lassen mich etwas nervös den Kite aufpumpen. Dennoch kann ich es kaum noch erwarten, endlich wieder auf dem Wasser zu sein. Die ersten Wellen schlagen mich zurück und lassen meinen Kite etwas unkontrolliert herumwirbeln. Glücklicherweise ist die linke Seite – also linker Fuss vorne – meine Stärkere und nach wenigen Versuchen habe ich die Shorebreak überwunden. Einmal über die Wellen, hat man etwas weiter draussen etwas flacheres Wasser. Nach wenigen Minuten fühle ich mich ziemlich sicher und kite gemütlich downwind, fahre gelegentlich in Strandnähe, um die Shorebreak erneut zu überwinden oder fliege durch die Luft. Mit anderen Worten, ich lebe meine Kiteleidenschaft gerade in vollen Zügen aus.

Nach der ersten Session von gut einer Stunde lande ich mit meinem Kite etwas müde, aber äusserst zufrieden am Strand des Endless Summer Beachhouse. Während ich mein Material zusammenpacke, offeriert mir Hui, dass ich es in der Kitestation lagern könne. Und dort wartet es nun sehnlichst bis zu meiner nächsten Session.

The Color Run

Color run

Zugepudert in Farben lässt sich’s auch laufen und feiern.

In sportlicher Hinsicht scheint mir Kapstadt kaum Wünsche offen zu lassen. Samstagmorgens verwandelt sich beispielsweise der Abschnitt entlang der Mainroad in Green Point zu einer Laufstrecke für jedermann. Einmal im Monat rollen unzählige Bikebegeisterte und andere von Eigenkraft angetriebene Rollgefährte in einem langen Konvoi zu später Abendstunde durch die Stadt und legt das ganze Verkehrssystem für kurze Zeit lahm.

The Color Run – eine durch das indische Frühlingsfest inspirierte und in der Zwischenzeit weltweit verbreitete Laufveranstaltung – zieht mit seinem Slogan The Happiest 5k on the Planet auch meine Aufmerksamkeit auf sich. Unerwarteterweise haben wir plötzlich eine grosse Gruppe zusammen, die sich für das Laufspektakel begeistern lässt, welches uns ein farbenfrohes Erlebnis beschert. Was wird wohl sonst noch alles auf mich zukommen? Ich bin gespannt…

 

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Ob Surfen, Reiten, Snowboarden oder Rugby – wir finden bestimmt ein Sprachreiseziel, an dem du deinen Lieblingssport ausleben kannst. Unsere Kundenberater helfen dir bei einer persönlichen Beratung gerne weiter.

Gastautor/in

Ich bin Bernadette. Seit ich vor bald zwei Jahren das erste Mal gekitet habe, hat mich diese Sportart in ihren Bann gezogen. Zusätzlich wollte ich mein Englisch auffrischen und erweitern. Die Idee, einen Sprachaufenthalt an einem Ort zu absolvieren, an welchem ich kiten konnte, erschien mir sehr passend.

Rahel Stössel

Rahel Stössel

Nach Sprachaufenthalten in Auckland, Vancouver und Nizza kümmert sich Rahel nun um alle Social-Media-Aktivitäten von Boa Lingua. Auch in ihrer Freizeit reist sie gerne, um die Welt zu entdecken und neue Sprachen zu lernen.

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