Valencia kam mir alles andere als Spanisch vor

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Valencia kam mir alles andere als Spanisch vor

Seit ich denken kann liebe ich Spanisch. Doch meine Begeisterung, hier in der Schweiz einmal pro Woche für zwei Lektionen die Schulbank zu drücken, hielt sich stets in Grenzen. So schob ich das Projekt „aprender español“ (Spanisch lernen) immer wieder vor mir her… (mañana, mañana). Ich vertraute stets darauf, dass der richtige Moment irgendwann schon noch kommen würde, in dem ich mich dazu aufraffen könnte, einen Sprachkurs zu belegen.

Der berühmte Torres de Quart in Valencia

Der berühmte Torres de Quart in Valencia

«Eat, Pray, Love» ausschlaggebend für Sprachaufenthalt

Im vergangenen August kam er prompt, dieser richtige Moment. Mir war gerade der Lesestoff ausgegangen und da habe ich kurzerhand mal wieder das Buch «Eat, Pray, Love» von Elizabeth Gilbert hervorgekramt. Keine Ahnung, wie oft ich das Buch inzwischen schon gelesen habe, aber diesmal wurde es regelrecht zum Streichholz, das meine innigst gehegte Sehnsucht gegenüber der spanischen Sprache zum Brennen bringen sollte. In ihrer Autobiografie erzählt die Amerikanerin Elizabeth Gilbert von ihrem Auszeit-Jahr, das sie an drei gezielt auserwählte Destinationen brachte. Als erstes reiste sie nach Italien, wo sie einen Sprachkurs besuchte und…

…*ZACK!* da fiel der Groschen in mir! Der initiale Startschuss zu meiner persönlichen «Spanisch-Karriere» musste zwingend im spanischen Sprachgebiet abgefeuert werden. Und genau darauf hatte ich plötzlich unglaublich viel Lust! Also machte ich mich im Internet frischfröhlich auf die Suche nach entsprechenden Möglichkeiten und Angeboten für einen Spanisch-Sprachaufenthalt. Relativ rasch stiess ich dabei auf Boa Lingua und auf Valencia und *ZACK!* war meine Einschreibung beim International House Valencia auch schon Tatsache.

Ein klares Ziel vor Augen: Smalltalk auf Spanisch

Bereits wenige Wochen später zog ich, vor Energie strotzend, los. Ich freute mich riesig auf den bevorstehenden Tapetenwechsel. Noch als ich den ersten Fuss in mein schickes Airbnb-Appartement in unmittelbarer Nähe zum herrlich imposanten Malvarrosa-Strand gesetzt hatte, wusste ich, dass ich hier eine verdammt gute Zeit verbringen würde.

Eva, eine Bekannte des Vermieters, holte mich am Flughafen ab. Eva sprach kein Wort Englisch und löcherte mich daher unbeirrt auf Spanisch mit all ihren Fragen zu meinem Flug, zu den Hintergründen meines Valencia-Trips und zur Schweiz. Ich stammelte wirres Zeug und fühlte mich selten in meinem Leben so hilflos und ungeschickt (herrje!). Noch während dieser Autofahrt setzte ich mir daher ein klares Lernziel: Wenn mich Eva zwei Wochen später wieder zurück zum Flughafen fahren würde, würde ich mit ihr gefälligst einen vernünftigen Smalltalk führen können – jawohl!

Auch die Oper ist eines der Highlights in Valencia

Auch die Oper ist eines der Highlights in Valencia

Mit jedem Tag fiel mir das Sprechen einfacher

Zwei Tage später ging’s dann auch schon los mit der Schule. Am Montagmorgen, um 8.30 Uhr (¡heiliger sombrero!) schrieb ich meinen Einstufungstest und wenige Stunden später sass ich bereits mit drei Chinesinnen, einer Japanerin, einer Koreanerin und einer Holländerin zwar nicht im gleichen Boot, aber im gleichen Klassenzimmer. Und gemeinsam schwammen wir. Fast wie in einem Boot. Kein Wunder, denn schliesslich waren wir allesamt blutige Anfängerinnen. Umso begeisterter war ich von den riesigen Fortschritten, die ich in sehr kurzer Zeit erzielte. Mit jedem Tag fiel es mir leichter, mich mitzuteilen, zu erzählen, was ich gestern oder vorgestern oder im letzten Jahr erlebt hatte und welche Pläne ich für heute Abend, das nächste Wochenende oder für 2017 hege.

Es ist nicht einfach, Valencias Charme zu widerstehen

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Top-Prio: das Gelernte im Alltag anwenden

In der Zeit vor und nach der Schule liess ich keine Möglichkeit aus, das Gelernte direkt in der Praxis anzuwenden. Normalerweise bin ich sehr bemüht, fehlende Informationen zuerst mal selbst zu recherchieren und erst im Notfall Mitmenschen zu Rate zu ziehen. Nicht so im Sprachaufenthalt in Valencia. Hier verzichtete ich auf ein ausgeprägtes Stadtplan-Studium, sondern sprach die vielen netten, hilfsbereiten und unglaublich geduldigen Leute in den malerischen Gassen Valencias stattdessen direkt an. War es, um nach dem Weg zu fragen oder um mich über Hintergründe zu Sehenswürdigkeiten zu erkundigen. Nach dem gleichen Schema bewegte ich mich übrigens auch durch den Supermarkt. Natürlich hätte ich meine Siebensachen in den fein säuberlich eingeräumten Kaufhaus-Regalen locker auch selbst gefunden. Aber nein: Sobald ich einen Laden betrat, hielt ich sofort Ausschau nach einer Verkäuferin, die mir bitteschön den Weg zu den gewünschten Produkten weisen sollte.

Und ja, auf der Fahrt zurück zum Flughafen war ich es, die Eva quitschfidel mit kunterbunten Smalltalk-Fragen auf Spanisch löcherte. Morgens um 7 Uhr, ich erkannte mich selbst kaum wieder. Doch das war ich mir und meinem Ego schliesslich schuldig!

Gastautor/in

In Anlehnung an meinen Vornamen lautet mein Credo: the DOORIS open ;-) Ich bin 41 Jahre, passionierte Weltenbummlerin und bis über beide Ohren verliebt in die spanische Sprache!

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